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Fördermittel für Nachhaltigkeitsprojekte: Financing Sustainability

Investitionen in Klimaschutz sowie Ressourcen- und Energieeffizienz: Wie Unternehmen von öffentlichen Förderprogrammen profitieren

Nachhaltigkeit ist für Unternehmen heute ein zentrales Thema, und quer durch die Branchen werden zahlreiche Nachhaltigkeitsprojekte angegangen. Dabei müssen oft erhebliche Investitionen gestemmt werden – was mit entsprechenden finanziellen Risiken verbunden ist. Deshalb ist es hilfreich, bei der Umsetzung einer Nachhaltigkeits-Agenda auf öffentliche Fördermittel zurückzugreifen zu können. Eine breite Palette von Anreizen und Programmen ist hierfür verfügbar – auf EU-, Bundes- und Landesebene. Deloitte zeigt die Möglichkeiten auf.

Financing Sustainability

Der Klimawandel ist eines der drängendsten Probleme unserer Zeit. Gesellschaft und Politik haben erkannt, wie wichtig deshalb nachhaltiges Wirtschaften und Umweltschutz sind. Auf globaler Ebene gefasste Beschlüsse wie das Kyoto-Protokoll und das Pariser Abkommen spiegeln dieses Umdenken wider. Damit ambitionierte Ziele wie etwa die Klimaneutralität zügig realisiert werden können, haben die Europäische Kommission und die nationalen Regierungen neben entsprechenden Regulierungen Anreize in Form von Förderungen geschaffen, die eine Verhaltensänderungen in Wirtschaft und Gesellschaft bewirken sollen.

So stehen vielfältige Fördermittel für nachhaltige Maßnahmen, Investitionen und Innovationen bereit, beispielsweise die Mittel des EU Green Deal: ein Drittel der Investitionen aus dem Aufbaupaket NextGenerationEU und dem Siebenjahreshaushalt der EU mit einem Umfang von insgesamt 1,8 Billionen Euro fließt in den Green Deal. Auch auf nationalstaatlicher und regionaler Ebene wird eine große Bandbreite von Förderprogrammen aufgelegt. Insbesondere ist auch von der neuen Bundesregierung ein verstärkter Fokus auf öffentliche Förderung von Klima- und Umweltmaßnahmen zu erwarten. Die Förderung wird typischerweise in Form eines Zuschusses zur Verfügung gestellt, auch Kredite mit Tilgungszuschuss und vergünstigte Kredite sind möglich.

Die Anzahl der Programme hat dabei ein fast schon unüberschaubares Ausmaß angenommen und befindet sich zudem im ständigen Wandel. Im Folgenden geben die Deloitte-Experten aus dem Bereich Global Investment and Innovation Incentives (Gi3), der Deloitte Förderberatung, einen Überblick zu den verschiedenen Fördermöglichkeiten und -ansätzen. Zunächst stellt sich also die Frage: Welche Projekte bzw. welche Investitionsvorhaben plant ein Unternehmen aktuell, und welche öffentlichen Fördermittel können hierfür zur Minderung des finanziellen Risikos in Anspruch genommen werden?

Nachhaltigkeit: Förderbereiche und relevante Aktivitäten

Es werden unterschiedliche technische und wirtschaftliche Bereiche gefördert. Auf den verschiedenen Ebenen existieren beispielsweise Programme für Ressourcen- und Energieeffizienz, für Kreislaufwirtschaft sowie zugehörige Technologien und (Produktions-)Verfahren, für grünen Wasserstoff oder für nachhaltige Mobilität. Dazu kommen Themen wie Umweltmanagement, nachhaltige Geschäftsmodelle und digitale Nachhaltigkeitsansätze. Bei der Zuordnung eines Vorhabens zu einem bestimmten Programm ist neben dem spezifischen Nachhaltigkeitsthema auch die Art der zu fördernden Aktivitäten entscheidend. Dabei können fünf förderfähige Aktivitäten unterschieden werden:

  • Investitionsprojekte: Gefördert werden investive Maßnahmen wie etwa die Errichtung oder Beschaffung von nachhaltigen Anlagen, der Kapitaleinsatz für die Steigerung der Effizienz bei der Nutzung von Rohstoffen und Energie oder für die Verringerung von Emissionen und Abfällen.

  • Experimentelle Entwicklung und Demonstration: Gefördert wird die vorwettbewerbliche Erprobung von Innovation. Es geht hier auch um die Entwicklung von Prototypen von neuen oder verbesserten Produkten sowie von Verfahren oder Dienstleistungen, die im Industriemaßstab erprobt werden.

  • Industrielle Forschung: Ebenso existieren Förderprogramme für die forschungsgetriebene Entwicklung neuer oder verbesserter Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen.

  • Machbarkeitsstudien: Hier werden Aufwände für die Vorab-Überprüfung der Umsetzbarkeit von Projekten gefördert, sowohl in Hinblick auf die technische als auch die wirtschaftliche Machbarkeit.

  • Grundlagenforschung: Forschung ohne spezifischen Bezug zu Produktentwicklung ist förderfähig, also der Aufbau von Grundlagenwissen ohne kommerzielle Anwendbarkeit.

Förderprogramme auf EU- und Bundesebene: Eine Auswahl

  • European Innovation Fund
    Der von der Europäischen Kommission initiierte European Innovation Fund ist das weltweit größte Förderprogramm zur Reduzierung von Klimaemissionen und soll bis zu 10 Milliarden Euro in klimafreundliche Technologien leiten (in Abhängigkeit von der Entwicklung des CO2-Preises). Das Programm zielt auf die Bereiche energieintensive Industrien, erneuerbare Energien, Energiespeicherung und CO2-Abscheidung/CO2-Speicherung (CCU/CCS).
  • Energieeffizienz in der Wirtschaft
    Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) fördert Investitionen in energieeffiziente Anlagen, die auf etablierten Technologien beruhen. Das Programm wurde 2020 novelliert und umfasst Querschnittstechnologien, Prozesswärme aus erneuerbaren Energien, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik, Sensorik, Energiemanagement-Software und energiebezogene Optimierung von Anlagen und Prozessen.

  • Dekarbonisierung in der Industrie
    Das Bundesumweltministerium (BMU) fördert Innovationen und Investitionen zur Reduktion prozessbedingter Treibhausgasemissionen in Branchen wie der Stahl-, Chemie-, Zement-, Kalk- und Nichteisenmetallindustrie. Von 2020 bis 2023 sind Fördermittel von einer Milliarde Euro vorgesehen. Förderfähig sind u.a. Anlageninvestitionen, die Umstellung von fossilen Brennstoffen auf strombasierte Verfahren und die Entwicklung klimaneutraler Ersatzprodukte.

  • Digital Green Tech
    Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat diese Förderrichtlinie für die Entwicklung integrierter Lösungen beschlossen. Hiermit sollen Innovations-Projekte gefördert werden, die digitale Technologien mit Umwelttechnologien verknüpfen (intelligente Datennutzung / Big Data, autonome Systeme, Vernetzung, digitale Interaktion). Unternehmen können einen Zuschuss von 50 Prozent zu den förderfähigen Kosten erhalten.

Förderberatung: Das Vorgehen

Die Landschaft für Nachhaltigkeitsförderung ist unübersichtlich und komplex. Teilweise können für ein und dasselbe Projekt mehrere Förderprogramme einschlägig sein, sei es auf Landes-, Bundes- oder EU-Level. Auch die vorgesehenen Antragsprozesse weisen spezifische Hürden und Eigenheiten auf. Hier stellt die Unterstützung durch die Fördermittel-Experten von Deloitte eine wertvolle Hilfe für Unternehmen dar. Wir begleiten diese ganzheitlich bei der öffentlichen Förderung von Nachhaltigkeitsprojekten – von der Planung über die Abwicklung der nötigen Antragsprozesse bis zur praktischen Umsetzung von geförderten Projekten. In der Förderberatung verfolgen wir durchgehend einen flexiblen, modularen Ansatz: Es liegt in der Entscheidung des Kunden, welcher Grad der Unterstützung zu welchem Zeitpunkt abgerufen wird.

Fördermittel für Nachhaltigkeitsprojekte: Unterstützung durch Deloitte

Ob Unternehmen bereits konkrete Projekte planen oder sich erst einmal grundsätzlich über die Möglichkeiten der öffentlichen Finanzierung und Förderung informieren möchten: Die Unterstützung durch die Deloitte Experten für Global Investment and Innovation Incentives (Gi3) garantiert eine optimale Ausschöpfung der Optionen, verbessert die Finanzierung und senkt die Risiken. Kunden profitieren von breiter Erfahrung und genauer Kenntnis der jeweiligen Regularien und Branchen. Neben der Beratung zur Finanzierung steht im Deloitte-Netzwerk zudem umfassende Expertise zu weiteren wichtigen Sustainability-Themen wie Nachhaltigkeitsstrategien, Operations, ESG Due Diligence im Rahmen von Mergers & Acquisitions sowie zur Nachhaltigkeit in der Lieferkette bereit. Dank der globalen Aufstellung von Deloitte kann auch auf detailliertes Wissen zu Optionen und Regularien in anderen Ländern und Regionen zurückgegriffen werden. Wenn Sie sich einen ersten Eindruck von den relevanten Möglichkeiten der Förderlandschaft machen möchten, können Sie den Deloitte Online-Fördermittelcheck konsultieren, der auch Förderungen aus anderen Bereichen als Nachhaltigkeit aufführt. Für weitere Informationen stehen die Experten der Fördermittelberatung Ihnen gerne persönlich zur Verfügung.

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