cognitive process automation, steuerabteilung

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Cognitive Process Automation (CPA) für die Steuerabteilung

Die nächste Evolutionsstufe in der Automatisierung der steuerlichen Arbeit

Monotone und repetitive Arbeiten werden in vielen Steuerabteilungen zunehmend mithilfe von Robotics Process Automation (RPA) automatisiert. Bei unstrukturierten Daten und komplexen Prozessen kann diese Technologie jedoch an ihre Grenzen stoßen. An dieser Stelle kann der Einsatz von Cognitive Process Automation die Automatisierung der Steuerabteilung zukünftig auf ein neues Level heben.

Hintergrund

Der Trend zur Automatisierung in der Steuerabteilung wurde in den vergangenen Jahren bereits maßgeblich durch Robotic Process Automation (RPA) geprägt. RPA bedeutet, vereinfacht ausgedrückt, dass Software-Roboter die Bearbeitung von strukturierten Geschäftsprozessen anhand klarer „Wenn-Dann“-Regeln automatisiert vornehmen.

Die Vorteile einer solchen Prozessautomatisierung liegen auf der Hand: Prozesse können deutlich effizienter, sicherer und mitarbeiterfreundlicher gestaltet werden. Durch die Reduzierung von monotonen Routinetätigkeiten rücken in der täglichen Arbeit zugleich menschliche Fähigkeiten wie Kommunikation, Empathie und Interpretation noch stärker in den Vordergrund. Automatisierung bedeutet also auch, dass Rolle und Beitrag des Menschen in der Arbeit in vielerlei Hinsicht an Bedeutung und Wert gewinnen wird.

Cognitive Process Automation für die Steuerabteilung: Worin liegt der Unterschied zu RPA?

Die Automatisierung mittels RPA-Lösungen stößt dort an ihre Grenzen, wo unstrukturierte Daten verarbeitet und überaus komplexe Prozesse abgebildet werden sollen. In solchen Anwendungsfällen bietet sich der Einsatz von Cognitive Process Automation (CPA) an. Als intelligente, selbstlernende Automatisierungslösung greift CPA auf Technologien der Künstlichen Intelligenz (KI) zurück und übersteigt damit die Fähigkeiten eines Software-Roboters.

Als Deloitte Tax & Legal haben wir es uns zum Ziel gesetzt, proaktiv Anwendungsfälle für CPA-Lösungen zu identifizieren und diese unseren Mandanten zugänglich zu machen. So entwickelt die Deloitte Garage für Tax & Legal als fachbereichsspezifischer Corporate Incubator derzeit zusammen mit einem Fintech Start-up ein Umsatzsteuer Compliance-Tool, welches das Verarbeiten von Informationen aus erhaltenen Eingangsrechnungen automatisiert vornehmen kann.

Der innovative Lösungsansatz umfasst verschiedene künstliche neuronale Netze, die im Verbund ein inhaltliches Verständnis von sowohl Textbausteinen als auch visuellen Elementen wie Tabellen ermöglichen. Aufbauend auf der dadurch ermöglichten automatisierten Extraktion aller relevanten Informationen, können regelbasierte Validierungen durchgeführt werden. So kann bspw. überprüft werden, ob die Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug gemäß §§ 15 i.V.m. 14 Abs. 4 UStG erfüllt sind. Fehlerhafte Rechnungen können daraufhin direkt an die zuständige Fachkraft für eine tiefergehende Analyse weitergeleitet werden.

Durch dieses skizzierte Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine wird ein System geschaffen, welches umsatzsteuerliche Risiken auf effektive und effiziente Art und Weise managt. Während sich die Maschine auf die kognitiv wenig anspruchsvolle Aufgabe der Extraktion und Validierung aller relevanten Informationen konzentriert, greift der Mensch nur dort ein, wo eine tiefgreifende Problemlösungskompetenz erforderlich ist.

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