country by country reporting, cbcr

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Country by Country Reporting (CbCR)    

Pflichten, Neuerungen, Betriebsprüfungsfälle

National wie international kommt es bzlg. des sog. länderbezogenen Bericht („Country-by-Country Report“, CbCR) ständig zu neuen Entwicklungen, Erweiterungen und Anpassungen des regulatorischen Umfelds. Auf dieser Seite erhalten Sie einen umfangreichen Überblick über die aktuellen Entwicklungen und deren praktische Relevanz. Darüber hinaus erwartet Sie die Aufzeichnung unseres Webcasts "Update Country-by-Country Reporting".

Hintergrund

Viele Unternehmen sind verpflichtet, einen sog. länderbezogenen Bericht („Country-by-Country Report", CbCR) zu erstellen. Dies betrifft gem. § 138a AO Firmen mit folgenden Eigenschaften:

  • Der Konzernabschluss umfasst mindestens eine ausländische Gesellschaft oder Betriebsstätte.
  • Die konsolidierten Umsatzerlöse betragen mindestens 750 Millionen Euro.

Der CbCR ist als XML-Datensatz an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zu übermitteln. Die Übermittlung musste während einer Übergangszeit über einen De-Mail Account des Steuerpflichtigen oder dessen steuerlichen Beraters erfolgen. Dieser Übermittlungsweg wurde zwischenzeitlich durch die zwingende Nutzung der elektronischen Massendatenschnittstelle (ELMA) bzw. den Upload in das sog. BOP-Portal ersetzt.

Neue Version der OECD Guidance

Für Unternehmensgruppen, die zur Erstellung eines CbC-Reports verpflichtet sind, hat die OECD im Dezember 2019 eine aktualisierte Fassung ihrer „Guidance on the Implementation of CbC Reporting“ veröffentlicht. Staaten, die ein CbC-Reporting implementiert haben, sollen die aktualisierte Leitlinie grundsätzlich für Geschäftsjahre umsetzen, die ab dem 1.1.2020 beginnen. Mitglieder des sog. Inclusive Framework on BEPS (u.a. Deutschland) sind angehalten, die Guidance früher anzuwenden. Neben der im Folgenden beschriebenen Gesetzesinitiative ist in Deutschland allerdings nicht mit weiteren Umsetzungsmaßnahmen zu rechnen, da das BMF die Anwendung von § 138a AO im Sinne der OECD erwartet (vgl. BMF v. 11.7.2017) und vom BZSt entsprechend auf die neue Guidance verwiesen wird.

Die Hinweise enthalten einige Klarstellungen zur Erstellung und Übermittlung des CbC-Reports. Besonders die Neuregelung zur Behandlung konzerninterner Dividenden in den Datenfeldern „Profit/Loss before Income Tax“ sowie „Taxes Accrued“ und „Taxes Paid“ sind künftig zu beachten (siehe unten). Empfohlen wird überdies eine umfassende Darstellung der Datenquellen in Tabelle 3, für die wir unseren Mandanten beispielhafte Formulierungen („Additional Information“) zur Verfügung stellen. Zudem wurde eine Liste von „Common Errors“ von der OECD aufgrund der stark schwankenden Datenqualität veröffentlicht. Wir empfehlen unseren Mandanten diese Liste zu beachten, da sie eine Reihe von häufigen Formfehlern enthält sowie Hinweise darauf gibt wie das XML-File OECD konform erzeugt werden kann.

Anpassung beim Jahresergebnis vor Steuern sowie den gezahlten und zurückgestellten Ertragsteuern

Bisher war nicht explizit geregelt, ob konzerninterne Dividenden im Jahresergebnis vor Ertragsteuern (Earnings before Tax, EBT) auszuweisen sind oder nicht. In ihrer aktuellen Guidance legt die OECD nun fest, dass Dividenden nicht als Erträge in die Kalkulation des EBT eingehen sollen. Damit soll eine konsistente Behandlung von Dividenden bei den Angaben zu Umsatzerlösen und zum Jahresergebnis erreicht werden. Zugleich sollen auf die Dividenden entfallenden Steuern aus den Angaben über gezahlte und zurückgestellte Ertragssteuern herausgerechnet werden. Sofern Unternehmensgruppen für Geschäftsjahre, die vor dem 01.01.2020 begonnen haben, diese Änderungen noch nicht umsetzen, wird eine Erläuterung des Sachverhalts in Tabelle 3 empfohlen.

Änderung des § 138a AO

Eine weitere Neuerung ist in der zentralen Vorschrift zum Country-by-Country Reporting, § 138a AO, geplant: Durch das JStG 2020 soll der Zusatz „ausgehend vom Konzernabschluss“ gestrichen werden (§ 138a Abs. 2 Nr. 1 AO-E). Dies kann bei betroffenen Unternehmensgruppen einen erheblichen Mehraufwand beim Country-by-Country Reporting erzeugen, denn nun sind im länderbezogenen Bericht auch aus Materialitäts- und Wesentlichkeitsgründen nicht in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen zu berücksichtigen.

Multilaterale Auswertung im Rahmen des ICAP

Das International Compliance Assurance Programme (ICAP) ist ein multilaterales Verfahren zur Risikobewertung von Unternehmensaktivitäten mit dem Ziel erhöhter Planungssicherheit für Unternehmensgruppen und Steuerverwaltungen. Ziel der OECD ist es, durch den automatischen Datenaustausch potenziellen Streitigkeiten zwischen Steuerverwaltungen und Unternehmen aufgrund der Einführung des CbCR und erhöhter Transparenz infolge des BEPS-Projekts durch geeignete Maßnahmen frühzeitig vorzubeugen. Viele global tätige Unternehmen sehen in ICAP die Chance, sowohl ihren globalen Ressourceneinsatz in Außenprüfungen zu reduzieren als auch schneller Rechtssicherheit zu erlangen.

Das sind unsere Erfahrungen aus der Praxis

Inzwischen liegen erste Erfahrung aus Betriebsprüfungen und Rückmeldungen von zuständigen Finanzbehörden zur Datenqualität vor. Nicht überraschend finden CbC Reportings in Betriebsprüfungen zunehmend Beachtung. Nach der Auswertung des Reports folgen Fragen, beispielsweise, wenn potenzielle) Inkonsistenzen zwischen Mitarbeiterzahl, Funktionen der Gesellschaften und Umsätzen oder Gewinnen vorliegen.

Die Übermittlung des Country by Country-Reports erfolgt auf elektronischem Weg an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt). Die Abgabe über die ELMA-Schnittstelle hat im vergangenen Jahr einigen technischen Problemen auf Seiten des BZSt geführt. Eine mögliche Fehlerquelle lag in der Qualität der eingereichten Berichte. Darüber hinaus kam es in der Vergangenheit zu Problemen aufgrund der Verwendung von unzulässigen Sonderzeichen oder Datenfehlern im neuen „ELMA Header“.

Fazit: „Data quality is key“. Eine Vollständigkeitsprüfung der bereitgestellten Daten sowie deren Validierung und Plausibilisierung kann dazu beitragen, solche Fälle zu verhindern. Die Konformität mit dem OECD- sowie ELMA-Schema werden dabei von Deloitte vor Übermittlung automatisiert geprüft.

Country by Country-Reporting: Ausblick und Praxistipp

Das Country by Country-Reporting ist aus den Kinderschuhen herausgewachsen. Wichtig ist es, trotz Übermittlungsaufwand und Betriebsprüfungsrisiken bei Inkonsistenzen auch die Chancen zu sehen, die mit der neuen Informationspflicht verbunden sind: Wer es schafft das CbC-Reporting in den Tax Life Cycle zu integrieren und es sowohl bei der Planung von Themen als auch bei der Dokumentation berücksichtigt, hat spätestens bei der Betriebsprüfungsvorbereitung viel dafür getan, Konsistenz zu erreichen und keine bösen Überraschungen zu erleben.

Webcast Deloitte TP Insight | Update Country-by-Country Reporting

Deloitte Services zur Erstellung und Übermittlung des CbCR

Die Erfüllung der Pflichten zu länderbezogenen Berichten ist komplex – Deloitte unterstützt Sie mit Know-how und Technologie in sämtlichen Phasen des Country-by-Country Reportings sowie bei Rückfragen der Finanzverwaltung oder bei Korrekturmeldungen.

  • Unsere Experten wissen durch ihre Expertise genau, welche Daten Sie ans BZSt übermitteln müssen, welche Datenquellen Sie nutzen können und wie ein effizienter Reportingprozess zu gestalten ist.
  • XML-Datensätze können durch Deloitte aus Bestandsdaten in OECD- sowie ELMA-konformer Weise mit Hilfe der eigenen Plattform CbC Filing Essentials Plus generiert werden.
  • Die Übermittlung des länderbezogenen Berichts kann (nach Bevollmächtigung) durch Deloitte über die ELMA Schnittstelleerfolgen.

Sie haben weitere Fragen zum Leistungsangebot von Deloitte zum Country-by-Country Reporting? Wünschen Sie ein Angebot von Deloitte zum CbCR? Sprechen Sie uns an!

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