Die Digital Factory

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Das Ideenlabor für Industrie 4.0

Die Digital Factory 

Innovative Technologien ermöglichen eine hochflexible Fertigung, individualisierte Produkte, smarte Services und neue Geschäftsmodelle. Unternehmen sind dabei, für sich zu beantworten, welche Vorteile Industrie 4.0-Lösungen mit sich bringen und wie diese umzusetzen sind. Deloitte gibt diesen Fragen einen passenden Raum: die Digital Factory.

Ein Beitrag aus dem Deloitte-Jahresbericht 2017/2018

Künstliche Intelligenz, Robotik und das Internet of Things (IoT) eröffnen neue Dimensionen in der Fertigung, im Vertrieb, im Aftersales Service. Die Smart Factory vernetzt Maschinen und Abläufe in Produktions- und Lieferketten digital miteinander. Durch Datenerfassung und Auswertung können intelligente Maschinen Produktionsschritte, Wartung und Warenströme selbstständig koordinieren und in Echtzeit optimieren. In dieser Industrie 4.0-Welt sind Kunden, Partner und Wettbewerber Teil eines integrierten Ökosystems, in dem sich Kompetenzen und Erfahrungen ergänzen. Das Ergebnis: Individualisierte Fertigung und Services werden Standard, die Produktivität nimmt zu, die Qualität verbessert sich und die Chancen auf Wachstum steigen. Um sich zukunftssicher aufzustellen, geht es ums Ganze: die Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle und die Erschließung neuer Umsatzquellen. Doch was bedeutet das für das eigene Unternehmen? Wo soll man anfangen? Und welche Wege bieten sich an?

Deloitte hat mit der Digital Factory einen Ort geschaffen, wo für diese Überlegungen Raum ist. Unter hohen Decken, von denen Steckdosen-Ports wie Drohnen hängen, steht eine digital vernetzte Demo-Produktionslinie. Zwischen Werkbänken und Schaltkreisen beginnen die Gespräche mit den Kunden, die mit einem Workshop ihre Reise zur integrierten Digitalstrategie starten. „Da tauscht man sich darüber aus, dass keine weiteren Technologien ausprobiert werden können, denn die bekommt der Kunde nicht an seine 23 IT-Systeme angebunden“, erklärt Dr. Harald Proff, Leiter der Digital Factory. Der Ansatz des Teams sei es nicht, PowerPoint an die Wand zu werfen. „Wir machen erlebbar, was zurzeit durch die Digitalisierung in der Industrie passiert. Und zeigen ganz konkret, wie sich beispielsweise ein klassisch Lean-optimiertes Produktionssystem hin zu einer Einheit wandelt, die mit vielfältigen Technologien wie Robotik und Virtual Reality verknüpft ist.“

Cobot (Kollaborativer Roboter)
Cobot (Kollaborativer Roboter)
Anwendungsbeispiel Lagerhaltung und Intralogistik
Anwendungsbeispiel Lagerhaltung und Intralogistik

Deloitte Digital Factory

Dann ist es an Deloitte zuzuhören. Mit welchem Anliegen ist der Kunde gekommen? Ist es eine isoliertere Fragestellung oder soll ein Gesamtkonzept entwickelt werden – mit Lösungen für den Einkauf, die Logistik oder die Planung? Diese Bedürfnisse werden mit den ersten Ideen aus der Factory zusammengebracht, angereichert um das Deloitte-Know-how aus den verschiedenen Fachbereichen und Branchen. Technologen, Strategen, Prozess- oder Change-Management-Experten geben mithilfe von Use Cases Einblicke in die Möglichkeiten von Industrie 4.0. Mehr als 280 Anwendungsbeispiele machen deutlich, welche Lösungen wo einsetzbar sind und vor allem wie das Unternehmen messbar davon profitiert. Wie kann die Blockchain für einen Automobilzulieferer genutzt werden? Wie lässt sich mithilfe von digitalen Zwillingen das Verhalten von Maschinen oder ganzen Produktionsanlagen vorhersagen? Wie werden isolierte Montageroboter (Cobots) mit wenig Aufwand in das IT-System eingebunden? Es geht immer auch um die Frage, inwieweit der „Digital Backbone“– die Gesamtheit aller IT-Systeme im Hintergrund – schon in der Lage ist, die Daten entlang der Wertschöpfungskette zusammenzuführen und daraus valide Erkenntnisse zu ziehen. Je nach Bedarf werden für ihn neue IT-Systeme ausgewählt und implementiert.

Mit diesen Impulsen entsteht vor den Augen der Kunden ein plastisches Zukunftsbild. „Hier bekommen alle Lust, die Idee in einen realen Businessplan zu überführen und in die Organisation zu tragen,“ sagt Harald Proff. Deloitte öffnet sein Ökosystem an Expertise und Erfahrungen, damit der Kunde der Vision in planbaren Einzelschritten möglichst schnell näher kommt. So setzt die Digital Factory auch auf Kooperation und arbeitet mit Start-ups, Technologieunternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen. „Wichtig ist, das Ganze nicht nur von der Technikseite anzugehen. Vielmehr sollte man eine strategische Perspektive für die technischen Möglichkeiten entwickeln“, so Harald Proff. Der Weg führt von der Feststellung des digitalen Reifegrads über die IT- und Operations-Planung bis hin zum Roll-out der verschiedenen Lösungen. Oder für das Einstiegsbeispiel formuliert: Dazu, dass aus 23 Systemen fünf werden. Und diese fünf ganz nebenbei auch Datenmaterial für zusätzliche Geschäftsfelder liefern.

3D-Drucktechnologie
3D-Drucktechnologie

Industrie 4.0: Was steckt dahinter?

„Industrie 4.0“ steht für die vierte industrielle Revolution. Doch wie fing alles an? Im 18. Jahrhundert schlug mit Dampfmaschine und mechanischem Webstuhl die Geburtsstunde der Massenfertigung. Ab den 1920er-Jahren konnten Fertigungsprozesse durch Elektromotoren teilautomatisiert werden: die zweite industrielle Revolution. Die Dritte begann um 1970. Sie wurde von Mikroelektronik und Computertechnik getrieben und ermöglichte vollautomatische Produktionsweisen. Die Digitalisierung legt den Grundstein für Industrie 4.0. Der Begriff steht für intelligente Vernetzung und Automatisierung der Produktion.