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Elektromobilität vs. autonomes Fahren

Wo liegt die Zukunft

Auf dem Autosalon in Paris präsentieren die Hersteller ihre neuen Modelle vom Sportwagen über SUV bis hin zu neuen Antriebsmodellen oder Designs. Innovationen sind in der Automobilbranche zukünftig aber weniger im Produktbereich als vielmehr bei Technologien rund um das Auto zu erwarten. Die Hersteller verkaufen zukünftig nicht mehr ihr Fahrzeug und das damit verbundene Erlebnis – Mobilität heißt das neue Gut. Das hat vor allem mit dem Trend zum autonomen Fahren zu tun. Zukünftig nutzen wir ein beliebiges Fahrzeug, das gerade vor der Tür steht – mit flexiblen Car Sharing-Modellen. Dabei müssen wir im Idealfall das Steuer nicht mehr selbst in die Hand nehmen, sondern machen das Auto zu unserem persönlichen Chauffeur.

Momentan sind wir Zeugen der Anfänge dieser Entwicklung. Fahrerassistenzsysteme zeigen uns, welche Entscheidungen uns das Auto bereits jetzt abnehmen kann. Die reinen Einparkhilfen werden zukünftig zum kompletten Autopiloten und wir müssen nur noch bei Bedarf eingreifen. Auch ein Führerschein könnte dann überflüssig werden. Diesen zweiten Evolutionsschritt zum vollautomatisierten Fahren werden wir vermutlich ab 2020 erleben. Auf Autobahnen sogar bereits früher, da die technischen Anforderungen um bis zu 1000-fach einfacher sind.

Auch bei Motoren kommt neuer Wind in die Branche, da Verbrennungsantriebe aufgrund ihrer Ökobilanz mehr und mehr in Verruf geraten. Vor allem europäische Großstädte sind deshalb Innovationstreiber: der öffentliche Personennahverkehr setzt verstärkt auf den Elektroantrieb, z.B. bei Bussen. Positiver Nebeneffekt sind eine niedrigere Lärmbelastung und geringere Wartungskosten im Vergleich zu Verbrennungsmotoren. Außerdem wird der CO2-Ausstoß verringert. Daher sind innovative Mobilitätsansätze für eine möglichst breite Masse gefragt. Kopenhagen ist bereits ein erstes Beispiel mit einem ausgefeilten Netz von Radwegen – und Mietsystemen für eBikes, die flexibel genutzt werden können. Das ließe sich auf den Automobilbereich mit einer Kombination aus elektronischem Antrieb und einem Sharing-Modell übertragen. Je mehr Fahrzeuge in der Stadt elektrobetrieben fahren, umso mehr lässt sich die CO2-Bilanz verbessern. In Verbindung mit autonom fahrenden Autos und Car-Sharing-Modellen erhöht sich die Nutzung der einzelnen Fahrzeuge deutlich und es sind weniger Parkplatzflächen notwendig. Das Konzept könnte sich in die smarten Städte der Zukunft einfügen, in der wir (e-)Mobilität nach Bedarf nutzen. Wir dürfen also gespannt sein, welche Modelle uns hier noch erwarten und wie wir uns in Stadt & Land zukünftig fortbewegen.

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