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Es geht voran: CFOs planen für den Aufschwung 

Deloitte CFO Survey Frühjahr 2021

Der Deloitte CFO Survey reflektiert die Einschätzungen und Erwartungen von CFOs deutscher Großunternehmen zu makroökonomischen, unternehmensstrategischen und finanzwirtschaftlichen Themen. Der Survey erscheint halbjährlich und hat zum Ziel, Trends und Trendbrüche zu identifizieren.

Der aktuelle CFO Survey Frühjahr 2021 untersucht unter anderem die Maßnahmen der Unternehmen für die Erholungsphase nach der COVID-19-Krise. Besonders wichtig sind hier Produktinnovation, Kundenzentrierung und digitale Transformation. Auch die Finanzfunktion selbst befindet sich im Aufbruch: CFOs fokussieren auf Steuerungssysteme, Planungsprozesse und neue Arbeitsformen.

Das Ende der Wirtschaftskrise wird immer greifbarer

Nach dem beispiellosen Konjunktureinbruch durch die COVID-19-Pandemie stellt sich nun die Frage nach der Art und der Stärke der erhofften Erholung.

Wie sehen die deutschen CFOs die Lage?

Die Ergebnisse des 19. Deloitte CFO Survey stimmen optimistisch, denn aus Sicht der Finanzleiter könnten die erlittenen Umsatzeinbußen ihrer Unternehmen in den meisten Fällen schon in Kürze wieder ausgeglichen sein. Darüber hinaus wird sogar mit einem kräftigen Anziehen des Wachstums gerechnet. Das heißt aber nicht, dass nach der Krise einfach in den Vorkrisen-Modus zurückgekehrt wird. Die Pandemie bewirkt nachhaltige Veränderungen sowohl in der Wirtschaft im Allgemeinen als auch in der Aufstellung der Finanzfunktion selbst.

Einschätzungen zur Wirtschafslage

Schon im CFO Survey vom Herbst 2020 deutete es sich an: Die Konjunkturentwicklung wird immer positiver eingeschätzt. Dieser Trend setzt sich in der Frühjahrsumfrage fort. 43 Prozent der deutschen Unternehmen haben aktuell beim Umsatz das Vorkrisen-Niveau wieder erreicht. Allerdings muss hier nach Branchen differenziert werden. Besonders günstig sieht die Lage in den Sektoren Immobilien, Konsumgüter und Handel aus. Auto- und Maschinenbauer sind dagegen eher Nachzügler, doch auch Vertreter dieser Branchen rechnen damit, diese Hürde im zweiten Halbjahr 2021 oder spätestens im ersten Halbjahr 2022 zu nehmen. Weitere Ergebnisse des Survey zur konjunkturellen Entwicklung finden sich im  Deloitte Economic Trend Briefing. Ein starker Aufschwung wird derzeit auch auf der europäischen Ebene erwartet, und dies trotz des zunächst vergleichsweise langsamen Auftakts der Impfkampagnen in den Ländern der EU. Deutsche Unternehmen schätzen dabei ihre Lage im Schnitt etwas besser ein als der europäische Durchschnitt. Insbesondere die exportorientierten Unternehmen Deutschlands profitieren von der positiven Wirtschaftsentwicklung in den USA und in China. Detaillierte Auswertungen hierzu enthält der aktuelle Deloitte Webartikel zum European CFO Suvey.

Umsatzerwartungen

Nach der Pandemie: Die Zeichen stehen auf Wachstum

Besonders interessant sind die Strategieanpassungen der Unternehmen für die Zeit nach der Pandemie. Zwar ist Kostensenkung immer noch die am häufigsten genannte Geschäftsstrategie. Doch laut den Aussagen der teilnehmenden CFOs geht sie gegenüber der Herbstumfrage deutlich zurück (von 78 auf 64 Prozent). Die drei Geschäftsstrategien mit dem höchsten Zuwachs sind dagegen allesamt wachstumsorientiert: Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen (54 Prozent, plus 20 Prozentpunkte), Erhöhung der Investitionsausgaben (26 Prozent, plus 10 Prozentpunkte) und Expansion in neue Märkte (21 Prozent, plus 13 Prozentpunkte). Bemerkenswert ist auch, dass viele Anpassungsmaßnahmen der Unternehmen an die disruptiven Veränderungen im Geschäftsumfeld durch die Pandemie-Einschränkungen auch nach deren Ende von Bedeutung bleiben werden. Dies zeigt sich nicht nur bei der benötigten Gebäudefläche nach der Pandemie, sondern ebenso bei der massiv verstärkten digitalen Kundenansprache, die 37 Prozent der Unternehmen auch in Zukunft vorrangig nutzen wollen. Anders sieht es bei den globalen Lieferketten aus. Trotz der negativen Erfahrungen durch Lockdowns in aller Welt geben nur 6 Prozent der Befragten an, dass ihre Unternehmen die Lieferketten in Zukunft mehr auf das Inland ausrichten wollen.

Geschäftliches Umfeld nach der Pandemie

Transformation und mehr: Die Agenda der Finanzfunktion

Einen besonderen Schwerpunkt des Frühjahrs-Surveys stellt die Frage nach den Maßnahmen in der Finanzfunktion selbst dar. Bei der Bewältigung der Krise unterstützen die CFOs ihre Unternehmen vor allem durch eine Anpassung der Cashflow-Steuerungssysteme, die für 59 Prozent an Bedeutung gewonnen hat. 41 Prozent stärkten außerdem ihre Rolle als Business Partner bei der Entscheidungsfindung, und beachtliche 34 Prozent haben die Digitalisierung ihrer Funktion während der Pandemie deutlich vorangetrieben. Den Einsatz von Zero-Based Budgeting bauten jedoch nur 11 Prozent aus. Das Potenzial dieses Ansatzes wird also allenfalls bedingt ausgeschöpft. Gefragt wurde im Rahmen des CFO Survey auch nach den getroffenen Maßnahmen zur Steigerung der Effektivität der Funktion. Dabei wurden trotz der Unsicherheit vor allem Planungs- und Forecastingprozesse optimiert und die Fähigkeiten als Business Partner bewusst ausgebaut. 

Bezüglich der Effizienz haben die CFOs im Pandemiejahr in erster Line kurzfristigwirkende Maßnahmen innerhalb der Finanzfunktion umgesetzt. So wurden insbesondere die Voraussetzungen für das Home Office-Arbeiten optimiert und die sonstigen variablen Kosten wie Reise- oder Ausbildungskosten reduziert. Die Realisierung von Effizienzvorteilen der Digitalisierung und die Anpassung der Büroflächen an die neuen Anforderungen stehen dagegen im Fokus des nächsten Jahres. Zum letzten Punkt passt auch die Erwartung der CFOs, dass in zwei Jahren immer noch 42 Prozent der Mitarbeiter ihres Bereichs im Homeoffice arbeiten werden. Als Reaktion auf die Pandemie wurden von den befragten CFOs außerdem auch verschiedene Maßnahmen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit ihres Unternehmens umgesetzt, vor allem eine Flexibilisierung der Finanzierung (49 Prozent) und der Ausbau des Risikomanagements einschließlich Business Continuity Planung (41 Prozent. Für zukünftige Disruptionen sind die Unternehmen somit deutlich besser aufgestellt.

Über den CFO Survey

Für den 19. deutschen CFO Survey wurden zwischen dem 12. und dem 31. März 2021 140 CFOs deutscher Großunternehmen befragt. 62 Prozent der Unternehmen erwirtschaften einen Umsatz von über 500 Mio. Euro, 37 Prozent über eine Milliarde Euro. Die wichtigsten vertretenen Branchen sind Immobiliensektor und Maschinenbau (je 14 Prozent), gefolgt von der Automobilindustrie (10 Prozent). Laden Sie hier den vollständigen CFO Survey Frühjahr 2021 herunter und erfahren Sie mehr über die aktuelle Sicht der deutschen Finanzvorstände.

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