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Financial Markets Regulatory Outlook 2022

Neue Strategien für eine Welt im Wandel

Unser jährlicher Ausblick des EMEA Centre for Regulatory Strategy von Deloitte untersucht die Auswirkungen der wichtigsten regulatorischen Trends des kommenden Jahres auf die Finanzdienstleistungsbranche in der EMEA-Region. Zugleich zeigt der Report auf, wie Führungskräfte diese Trends frühzeitig antizipieren und effektiv darauf reagieren können.

In der aktuellen Ausgabe des Financial Markets Regulatory Outlook 2022 werden zehn sektorübergreifende Themen von strategischer Bedeutung identifiziert. Zudem werden drei damit zusammenhängende Sonderthemen – Kreditrisiko, regulatorische Divergenz und die Zukunft der Regulierung – eingehend beleuchtet. Sowohl die strategischen Themen als auch die Sonderthemen werden nachfolgend kurz zusammengefasst und können im Detail dem vollständigen Regulatory Outlook entnommen werden.

 

Strategische Themen:

Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft

Im Jahr 2022 werden Unternehmen und Stakeholder zunehmenden Wert darauf legen, ihre Net-Zero-Versprechen in glaubwürdige Pläne umzusetzen. Um den Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft zu fördern, werden Regulierungsbehörden weiterhin unternehmens- und produktbezogene Offenlegungsstandards im Zusammenhang mit ESG auf Basis von Taxonomien entwickeln. Außerdem werden sich Aufsichtsbehörden vermehrt mit dem Thema Greenwashing auseinandersetzen und ihre Aufmerksamkeit auf das Management von Haftungsrisiken richten.

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Klimabezogenes Risikomanagement

Von Banken und Versicherern wird erwartet, dass sie ihre Fähigkeiten im Bereich des klimabezogenen Risikomanagements erweitern und vertiefen. Zudem müssen sie vom Aufbau eines geeigneten Instrumentariums zu dessen Nutzung übergehen. Die Szenarioanalyse – ein Kernelement des Risikomanagements – wird ebenfalls an Bedeutung gewinnen, da Aufsichtsbehörden fordern werden, das Thema Klima stärker in ICAAPs und ORSAs mit einzubeziehen. Während zunächst vor allem Klimarisiken im Vordergrund stehen, werden zunehmend auch andere ESG-Risiken im Risikomanagement zu berücksichtigen sein.

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Innovation

Regulierungsbehörden werden sich auf die Risiken konzentrieren, die sich aus digitalen und geschäftsbezogenen Innovationen ergeben. Unternehmen, die Cryptoassets oder digitale Zahlungen anbieten, müssen sich auf eine strengere Überwachung ihrer Geschäftsmodelle sowie ihrer Risiko- und Kontrollprozesse einstellen. Gleichzeitig überprüfen Regulierungsbehörden die Angemessenheit des aufsichtsrechtlichen Rahmens. Durch die Konkretisierung des regulatorischen Rahmens und die Förderung von Innovationen – insbesondere in den Bereichen Cloud, KI und digitale Vermögenswerte – werden die Kosten- und Prozesseffizienz steigen. Gleichzeitig werden hierdurch strategische Geschäftsmöglichkeiten geschaffen und neue Märkte eröffnet.

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Resilienz im operativen Geschäft

Die seit Jahren geforderten und geplanten Maßnahmen zur operativen Resilienz werden in der Praxis zunehmend auch umgesetzt: In der EU steht der „Digital Operational Resilience Act“ (DORA) vor der Verabschiedung. Im Vereinigten Königreich müssen Unternehmen bereits 2022 viele solcher aufsichtsrechtlichen Anforderungen implementieren und operative Schwachstellen beseitigen. Für Firmen, die sich in hohem Maße auf Drittanbieter verlassen, wird die Darlegung ihrer operativen Resilienz eine Herausforderung sein. Für global tätige Unternehmen wird die Ermittlung von Synergien zwischen verschiedenen internationalen Regelwerken dazu beitragen, die Konsistenz und Effizienz von Compliance-Maßnahmen zu erhöhen. 

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Überarbeitung kapitalbezogener Maßnahmen

Regulierungsbehörden werden 2022 wichtige Entscheidungen über die künftige Gestaltung des aufsichtsrechtlichen Rahmens für Banken und Versicherer treffen, welche mittelfristig Auswirkungen auf die Eigenkapitalanforderungen an Finanzdienstleister haben werden. Diese werden mit hoher Wahrscheinlichkeit für viele Banken in der EU und im Vereinigten Königreich steigen. Banken und Versicherer müssen dabei auch die international divergierende Implementierung von Basel IIIfinal (CRR III) und Solvency II bewältigen. 

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Marktstruktur

Regulatorische Reformen verändern die Struktur der europäischen Kapitalmärkte. Die EU und das Vereinigte Königreich haben ihre jeweiligen, voneinander abweichenden Vorstellungen zur Überarbeitung von MiFID II/MiFIR dargelegt, auf die die Unternehmen reagieren müssen. Noch lassen Details einer Ausweitung der EU-Äquivalenz für britische Central Counterparties (CCPs) auf sich warten. Banken, die von den Anforderungen an Intermediate Parent Untertakings (IPUs) betroffen sind, müssen vor Ablauf der Frist im Jahr 2023 erhebliche Fortschritte bei der Umsetzung machen. Auch die Rolle, die Geldmarktfonds auf den Finanzmärkten spielen, wird sich ändern. 

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Besseres Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Regulierungsbehörden werden sich nicht mehr nur um eine stärkere Offenlegung gegenüber Verbrauchern und bessere Entscheidungshilfen für Konsumenten bemühen, sondern sich auch darauf konzentrieren, wie viel Geld Kunden für Leistungen zahlen und ob dies durch den gebotenen Wert gerechtfertigt ist. Unternehmen in der gesamten EU werden zunehmend den Wert ihrer Produkte gegenüber den Aufsichtsbehörden rechtfertigen müssen. In diesem Zusammenhang sind auch Eingriffe in die Preissetzung auf einigen Märkten zu erwarten, die den Wettbewerb um neue Kunden beeinflussen werden. 

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Finanzkriminalität

Die Geduld der Aufsichtsbehörden bei Schwachstellen in AML/CFT-Prozessen von Banken geht zu Ende. Im Jahr 2022 erwarten wir eine stärkere Anordnung bzw. Durchsetzung von Maßnahmen. Darüber hinaus werden auch betrügerische Aktivitäten und Marktmissbrauch im Fokus der Aufsichtsbehörden stehen. Die Bedenken der Aufsichtsbehörden wachsen zudem in Bezug auf digitale Zahlungen/Open Banking und Cryptoassets. 

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Governance

Finanzdienstleister müssen wichtige Aspekte ihres Governance-Frameworks überprüfen und gegebenenfalls anpassen, da Vorstand und Aufsichtsrat künftig ein breiteres Spektrum an Risiken zu verantworten haben. Unter anderem sind hier die operative Resilienz und Klimarisiken zu nennen. Gleichzeitig wird vom Management erwartet, über eine größere Bandbreite an Fähigkeiten und Qualifikationen zu verfügen, damit sich die Qualität ihrer Entscheidungsfindung und Aufsicht verbessert. 

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Es ist noch nicht vorbei

Wichtige Arbeiten zur Sanierung und Abwicklung von Banken und Versicherungen werden im Jahr 2022 sowohl in der EU als auch im Vereinigten Königreich fortgesetzt. Im Zusammenhang mit der IBOR-Reform werden viele Referenzzinssätze seit Ende 2021 nicht mehr veröffentlicht. Unternehmen werden sich jedoch weiterhin sowohl mit komplizierten Altverträgen als auch mit den verbleibenden US-Dollar-Referenzzinssätzen befassen müssen. Die Liquidität von Fonds steht ebenfalls ganz oben auf der Agenda der Regulierungsbehörden. Sie machen sich insbesondere darüber Sorgen, ob Fonds, die in illiquide Vermögenswerte investieren, Anteilsrücknahmen bedienen können. 

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Sonderthemen

Kreditrisiko

Da ein Anstieg von Kreditausfällen erwartet wird, äußern Aufsichtsbehörden Bedenken hinsichtlich der Wertberichtigungsprozesse von Banken. Auch das gestiegene Volumen von stark gehebelten Krediten erregt Besorgnis. 

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Regulatorische Divergenz

Die regulatorischen Divergenzen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich werden mit der Zeit zunehmen. Unternehmen werden sich zwischen einem einzigen, einheitlichen Ansatz zur Einhaltung der Vorschriften und mehreren verschiedenen Ansätzen entscheiden müssen, um den lokalen Gegebenheiten gerecht zu werden. 

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Die Zukunft der Regulierung

Der Anwendungsbereich der Regulierung von Finanzdienstleistern wird sich ausweiten. In den kommenden Jahren wird eine wachsende Zahl bislang nicht regulierter Produkte, Technologien und Unternehmen in die Regulierung einbezogen werden. 

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Nutzen Sie unser interaktives Timeline-Tool, um sich einen Überblick über die jüngsten und kommenden regulatorischen Meilensteine für die Finanzdienstleistungsbranche zu verschaffen.

Wir freuen uns auf einen Austausch mit Ihnen über die Relevanz dieser Themenfelder auf Ihr Unternehmen und unterstützen Sie gerne im Rahmen der anstehenden regulatorischen Entwicklungen.