DP

Article

Insights zur aktuellen wirtschaftlichen Lage im deutschen Mittelstand

Interview zum CFO-Survey Herbst 2023: Fokus auf den Mittelstand

Der Deloitte CFO Survey Herbst 2023 reflektiert die Einschätzungen und Erwartungen von 193 Finanzvorständen von deutschen Unternehmen über die aktuelle Wirtschaftslage in Deutschland sowie den wichtigsten Weltregionen. Welchen Herausforderungen begegnen wir? Wollen Unternehmen die Effizienz an ihren Standorten steigern, und verstärkt in Digitalisierung investieren? Welche Rolle spielt dabei KI und wie steht es um externes Expertenwissen? Eine Einschätzung für den Mittelstand gibt Dr. Christine Wolter, Partnerin und Leiterin von Deloitte Private.

Für den neuen CFO Survey Herbst 2023 hat Deloitte 193 Finanzvorstände großer Unternehmen in Deutschland befragt, dabei auch den Mittelstand. Wie hat sich die Situation seit dem Frühjahr verändert? 

Dr. Christine Wolter: Die Stimmung im gehobenen Mittelstand wird wieder pessimistischer, nachdem sich die Geschäftsaussichten im Frühjahr 2023 positiv entwickelt hatten. Während die Umsatzerwartungen für die kommenden zwölf Monate zwar nach wie vor im positiven Bereich liegen, rutschen die Erwartungen an die operativen Margen sowie die Investitions- und Beschäftigungserwartungen wieder ins Negative. 

 

Noch einmal im Detail: Sie sagen, die Geschäftsaussichten hatten sich verbessert, nun kehrt sich der Trend aber wieder um. Wie ist die Stimmung im Mittelstand?

Dr. Christine Wolter: Die allgemeine Unsicherheit ist im Vergleich zum Frühjahr 2023 wieder gestiegen. Durch die geopolitischen Herausforderungen, wie den weiterhin schwelenden Krieg in der Ukraine sowie den neu entflammten Konflikt in Nahost, ist eine allgemeine Anspannung zu spüren.

 

Die langfristigen Auswirkungen der Krisen prägen auch die Risikolandschaft. Der Fachkräftemangel, steigende Lohn- und Energiekosten und die schwächere Inlandsnachfrage bleiben die Top-Risiken. Wie geht der Mittelstand damit um?

Dr. Christine Wolter: Anhaltende Arbeitsmarktrisiken wie Fachkräftemangel und steigende Lohnkosten bereiten den CFOs am meisten Sorgen. In diesem Umfeld werden defensive Geschäftsstrategien populärer, Kostensenkungen bleiben Priorität Nummer eins. Vor diesem Hintergrund werden Cyberrisiken im aktuellen Survey weniger stark als noch im Frühjahr als Bedrohung wahrgenommen.

 

Wenn wir über Fachkräftemangel sprechen, wie steht der Mittelstand zum Outsourcing und externem Expertenwissen? 

Dr. Christine Wolter: Um die Service Delivery Modelle in den Finanzbereichen weiterentwickeln zu können, braucht es ganz klar mehr Mitarbeiter:innen mit fachlichem und technischem Wissen. Das ist im Moment die größte Herausforderung für 51 Prozent der befragten CFOs mittelständischer Unternehmen. Dies führt bei der Weiterentwicklung von Prozessen und der Systemlandschaft immer wieder zu Engpässen bei den eigenen Ressourcen (67%). Aufgrund der schwierigen Personalsituation zieht der Mittelstand auch Outsourcing Optionen in Betracht. Flexible Skalierbarkeit, Kosteneinsparungen und gesteigerte Kosteneffizienzen werden dabei als zentrale Vorteile erachtet. Insbesondere in den Bereichen „Daten- und Prozess-Management“, „Application Management“ und „Transaktionale Buchhaltung“ wird der Einsatz von Outsourcing Modellen derzeit besonders häufig diskutiert bzw. befindet sich Outsourcing bereits in Umsetzung.

 

Daran anknüpfend: die anhaltende Inflation ist auch bei den Investitionsplanungen angekommen. Wie reagiert der Mittelstand auf mögliche Kostenreduktionen durch die Optimierung von Organisation und Geschäftsprozessen? 

Dr. Christine Wolter: Verstärkte Investitionen werden vor allem in der Optimierung von Organisation und Geschäftsprozessen sowie in der Automatisierung durch Investitionen in Software, Daten und IT mit dem dominierenden Ziel der Kostenreduktion vorangetrieben. Die mittelständischen Unternehmen ziehen für ihre Investitionsplanung v.a. Deutschland und mit großem Abstand Westeuropa und Nordamerika in Betracht.

 

Generative KI nimmt eine zunehmend wichtige Rolle für den Erfolg der Geschäftsstrategie ein.

Der Mittelstand hält den Einsatz von KI aktuell noch für weniger wichtig als Großunternehmen. Was ist ihre Einschätzung und Meinung zu dem Stimmungsbild? 

Dr. Christine Wolter: Generative KI hat großes Potenzial – mehr als die Hälfte der CFOs mittelständischer Unternehmen schätzen die Technologie in den nächsten fünf Jahren als wichtig bzw. sehr wichtig für ihren Unternehmenserfolg ein. Zudem gaben 35 Prozent der befragten CFOs an, dass bereits mit Generativer KI experimentiert wird, was den Aufwärtstrend dieser Technologie im befragten Segment verdeutlicht. Die meistgenannten Vorteile für die Integration von Generativer KI in die Geschäftsmodelle sind dabei die Erhöhung von Margen, Effizienzen und Produktivität, sowie Kostenreduzierungen. Doch es gibt auch Hürden, die gesehen werden: vor allem das Rekrutieren von Talenten mit dem nötigen Fachwissen, die Einhaltung und Sicherstellung von Datenschutz- und Sicherheitsregeln sowie die oftmals noch nicht vorhandenen Daten und Technologien.

 

Laden Sie hier den vollständigen „CFO-Survey Herbst 2023 Fokus auf den Mittelstand“ herunter und erfahren Sie alle Ergebnisse der Befragung im Detail.

full

Fullwidth SCC. Do not delete! This box/component contains JavaScript that is needed on this page. This message will not be visible when page is activated.

Fanden Sie diese Information hilfreich?