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Executive Agenda: digitale Investitionen & CO2-Management

Deloitte CFO Survey Herbst 2021

Der Deloitte CFO Survey reflektiert die Einschätzungen und Erwartungen von CFOs deutscher Großunternehmen zu makroökonomischen, unternehmensstrategischen und finanzwirtschaftlichen Themen. Der Survey erscheint halbjährlich und hat zum Ziel, Trends und Trendbrüche zu identifizieren.

Im CFO Survey Herbst 2021 zeichnen die Teilnehmer ein weiterhin positives Gesamtbild im Kontext der Erholung von den Pandemie-Folgen, wobei die Risiken aber wieder zunehmen. Die neue Ausgabe fokussiert auf die Themen digitale Investitionen, Klimaschutz und Nachhaltigkeitsmanagement: Sie haben derzeit für die Unternehmen besonders hohe Bedeutung.

Die optimistischen Erwartungen haben sich weitgehend erfüllt: Auf den Schock der durch COVID-19 ausgelösten Wirtschaftskrise folgte eine konjunkturelle Erholung, die sich auch in der nahen Zukunft noch fortsetzen dürfte. Allerdings stellen sich nun auch neue Herausforderungen, etwa durch den sich zuspitzenden Fachkräftemangel. Das zeigen die Ergebnisse des 20. Deloitte CFO Survey, für den wir Finanzleiter deutscher Großunternehmen zu ihren aktuellen wirtschaftlichen Einschätzungen und Erwartungen befragt haben. Besonders positiv zu werten ist dabei eine gestiegene Investitionsbereitschaft sowie die Aussicht, dass die Produktivität u.a. durch digitale Innovationen zunehmen könnte. Die digitale Transformation ist dementsprechend ein wichtiges Feld für geplante Investitionen. Dazu kommt mit dem Themenbereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit ein weiterer Schwerpunkt für die Unternehmen hinzu.

Executive Agenda: digitale Investitionen & CO2-Management

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Erfreuliche Erholung, neue Risiken

Nach der deutlichen Erholung durch das Ende des Lockdowns und den dadurch ausgelösten privaten Konsumschub zog die Konjunktur im Sommer an, wie in der Frühjahrs-Ausgabe des CFO Surveys erwartet. Demgegenüber schwächen sich die Einschätzungen der deutschen CFOs aktuell nun zwar wieder leicht ab, sind aber immer noch insgesamt positiv. Zudem erwartet rund die Hälfte der Befragten eine weitere konjunkturelle Verbesserung in Deutschland, der Eurozone, den USA und in China. Dem stehen jedoch zugleich auch gestiegene Risiken und Herausforderungen entgegen. Am häufigsten wird als hohes Risiko für die kommenden zwölf Monate der schon erwähnte Fachkräftemangel genannt (aktuell 65 Prozent gegenüber 39 Prozent im Frühjahr), gefolgt von höheren Rohstoffkosten (57 Prozent gegenüber 44 Prozent), zunehmender Regulierung (46 Prozent gegenüber 37 Prozent) und steigenden Energiekosten (42 Prozent gegenüber 26 Prozent). Einen vertieften Blick auf die Daten des aktuellen CFO Survey zu den Konjunktur- und Geschäftsaussichten liefert das Deloitte Economic Trend Briefing „Neue Risiken für den Aufschwung“ .

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Top 5 Risikofaktoren

Investitions-Thema Digitalisierung

Die Corona-Pandemie hat eine massive Beschleunigung der Digitalisierung in Deutschland bewirkt. Die Krise hat vielen CFOs vor Augen geführt, welche zusätzlichen Potenziale ihre Unternehmen durch verstärkten Einsatz digitaler Technologien heben können. 84 Prozent der Befragten geben denn auch an, dass die digitalen Investitionen als Reaktion auf die Krise erhöht wurden; in der Branchenbetrachtung liegt die chemische Industrie vorn, hier waren es sogar 100 Prozent. Stark erhöht haben ihre Investitionen dabei 20 Prozent der Unternehmen. Eine erfreuliche Entwicklung, besteht doch in vielen Bereichen noch verbreiteter Nachholbedarf, etwa bei den Themen KI, Big Data und Cloud. 

Als wichtigste Fokusthemen nennen die befragten CFOs die stärkere Anwendung bestehender digitaler Technologien (75 Prozent) und Cyber Security (64 Prozent). Letztere wird durch neue digitale Produkte und Services sowie durch das Thema Remote Working immer wichtiger. Es folgen IT-Infrastruktur (53 Prozent), digitale Skills (51 Prozent), Rekrutierung digitaler Talente (32 Prozent), digitale Offerings (30 Prozent) sowie Forschung und Entwicklung im Digitalbereich (17 Prozent). Die Unternehmen erhöhen ihr digitales Engagement deutlich, die befragten CFOs wünschen sich zugleich aber auch unterstützende Maßnahmen vonseiten der Politik wie den Ausbau von schnellen Internetzugängen, bessere digitale Bildung in Schule und Studium sowie eine verstärkte Digitalisierung im öffentlichen Sektor (z.B. E-Government). 

Einfluss von COVID-19 auf digitale Investitionen

Fokusthema Klimaschutz

Ehrgeizige Absichten bei der Verringerung der Treibhausgasemissionen herrschen heutzutage in immer mehr Unternehmen. 60 Prozent der befragten CFOs berichten von festen Reduktionszielen und knapp 40 Prozent streben dabei sogar CO2-Neutralität an. Unter den Branchen liegen hier die Konsumgüterindustrie und der Chemiesektor vorn, die sich zu jeweils über 75 Prozent Emissionsziele gesetzt haben. Es folgen Automobilindustrie, Real Estate und Technologie. Im europäischen Vergleich behaupten sich die deutschen Unternehmen im oberen Mittelfeld. 

Bei der Umsetzung setzen die Unternehmen vor allem auf schrittweise Strategien für die CO2-Reduktion (66 Prozent). Auch in der Lieferkette sowie bei eigenen Produkten bzw. Dienstleistungen (jeweils 46 Prozent) wird strategischer Wert auf Klimafreundlichkeit gelegt. Dazu kommen der Ausgleich von CO2-Emissionen (21 Prozent) und eine Neuausrichtung des Anlageportfolios (13 Prozent). Als ausschlaggebendes Motiv für die eigene Klimaschutzstrategie nannten 63 Prozent der Befragten die Stärkung des Ansehens beim Kunden. Weitere Angaben waren Kostenreduktion (41 Prozent), Anpassung an Kundenwünsche (39 Prozent) und regulatorische Anpassungen (36 Prozent). 

Emissionsziele der deutschen Unternehmen

Nachhaltigkeit im Unternehmen steuern

Die Studie hebt die Bedeutung der Finanzfunktion bei der Umsetzung neuer unternehmensweiter Nachhaltigkeitsziele hervor. Der Bereich erfüllt einerseits externe Rechenschaftspflichten und leistet andererseits die Integration von Nachhaltigkeit ins Performance-Management. Beim jeweils gewählten Anspruchsniveau ergeben sich aber deutliche Unterschiede. 15 Prozent der Unternehmen streben das ambitionierteste Ziel einer Sustainability-Pionierrolle an, immerhin 41 Prozent messen dem Thema strategische Relevanz zu. 

Auch zu den ökonomischen Chancen und Risiken von Nachhaltigkeitsprogrammen wurden die CFOs befragt. 27 Prozent rechnen damit, für nachhaltige Produkte und Services eine hohe oder sehr hohe Preisprämie erzielen zu können. Zugleich nennen 37 Prozent das Risiko eines möglichen Absatzrückgangs, der ohne nachhaltige Produktangebote drohen könnte. Organisatorisch werden zwar zunehmend Strukturen für Nachhaltigkeitsprozesse geschaffen. Die Finanzfunktion spielt bei der organisatorischen Verankerung des Nachhaltigkeitsmanagements aber nur in 23 Prozent der Fälle eine tragende Rolle. Bei 53 Prozent der Befragten wurde das Thema direkt dem CEO-Bereich zugeordnet. Aufschlussreich ist der Befund der Studie, dass bei der Integration von Nachhaltigkeit in die Steuerungsprozesse teilweise noch Nachholbedarf besteht. Erst 49 Prozent der Teilnehmer haben bereits eine Verankerung in der externen Berichterstattung umgesetzt. Auch in weiteren Bereichen wie der Definition von Nachhaltigkeitszielen, KPIs oder der Bereitstellung relevanter Daten als Entscheidungsgrundlage herrschen noch Lücken. Unternehmen sollten daher aktuell besondere Aufmerksamkeit auf ihre Steuerungsprozesse für Nachhaltigkeit legen.


Laden Sie hier den vollständigen CFO Survey Herbst 2021 mit allen ausführlichen Daten zur aktuellen Sicht der deutschen Finanzvorstände herunter.

Über den CFO Survey

Am 20. deutschen Deloitte CFO Survey haben vom 10. bis 30. September 2021 insgesamt 158 CFOs deutscher Großunternehmen teilgenommen. 45 Prozent der Unternehmen weisen einen Umsatz von über 500 Millionen Euro auf, 30 Prozent einen Umsatz von über einer Milliarde Euro. Immobilienbranche und Maschinenbau sind mit jeweils 16 Prozent am häufigsten vertreten, danach folgt die Konsumgüterindustrie mit neun Prozent. 

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