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CFO Survey Frühjahr 2018

Deutschland ist Investitionsziel Nummer 1

Der Deloitte CFO Survey reflektiert die Einschätzungen und Erwartungen von CFOs deutscher Großunternehmen zu makroökonomischen, unternehmensstrategischen und finanzwirtschaftlichen Themen. Der Survey erscheint halbjährlich und hat zum Ziel, Trends und Trendbrüche zu identifizieren.

Für die dreizehnte Ausgabe des deutschen CFO Survey hat Deloitte 150 CFOs deutscher Großunternehmen befragt. Im Fokus der Studie stehen die Wirtschaftsaussichten der wichtigsten Weltregionen, die Lage und die Strategie der deutschen Großunternehmen sowie die Digitalisierung der Finanzfunktion.

Investitionsbereitschaft auf dem höchsten Stand seit 2012

Die befragten CFOs beurteilen die weltwirtschaftliche Lage insgesamt positiv und blicken auch optimistisch auf die weitere Entwicklung in den kommenden 12 Monaten. Der aktuelle CFO Survey zeigt, dass die Investitionsbereitschaft der deutschen Unternehmen einen neuen Rekordwert erreicht: War diese trotz guter konjunktureller Lage in den letzten drei Jahren eher verhalten, steigt sie nun deutlich auf einen Indexwert von 47 Prozent (56 Prozent der Unternehmen wollen mehr investieren, 9 Prozent weniger). Das entspricht einem Anstieg von sieben Prozentpunkten im Vergleich zum Herbst 2017 und mehr als einer Verdoppelung gegenüber Frühjahr 2016.

European CFO Survey Spring 2018 – Undeterred by uncertainty

Deloitte’s Chief Economists from the UK, Germany and Switzerland discuss the results of the latest European CFO Survey.

Investitionen: Deutschland ist Spitzenreiter, Digitalisierung im Fokus

Auf die Frage, wo die Unternehmen in den kommenden 12 Monaten Investitionen planen, nennen 63 Prozent der CFOs als Investitionsziel Deutschland – damit liegt der Heimatmarkt aktuell ganz klar vor Westeuropa (22 Prozent) sowie Nordamerika und China mit jeweils 21 Prozent der Nennungen. Dieser Trend deutet auf einen grundlegenden Wandel in der Unternehmensstrategie, der den Heimatstandort eindeutig stärker in den Fokus der Ausrichtung rückt.

Der Blick auf die geplanten Investitionsbereiche offenbart, dass sich die Digitalisierung hierzulande als Investitionstreiber etabliert hat. So planen 76 Prozent der CFOs in Software, Datenverarbeitung, IT-Netzwerke und Internetaktivitäten zu investieren, 75 Prozent konzentrieren sich auf Investitionen zur Prozessoptimierung in ihren Unternehmen. Immerhin knapp die Hälfte der CFOs plant, die Ausgaben für die Weiterbildung der Mitarbeiter zu erhöhen. Traditionelle Investitionsbereiche, etwa Maschinen (43 Prozent) oder Gebäude und Infrastruktur (31 Prozent), spielen demgegenüber nur noch eine untergeordnete Rolle und stehen für die CFOs nicht länger im Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns.

 

Erwartungen an die Politik und Einschätzung von Risiken

Dieser Paradigmenwechsel im Zuge der Digitalisierung zeigt sich auch in den Antworten der CFOs auf die Frage, wo aktuell der größte politische Handlungsbedarf besteht, um private Investitionen in Deutschland anzukurbeln. Waren in der Vergangenheit die Vereinfachung des Steuersystems und der Bürokratieabbau die wichtigsten Themen, ist nun mit 74 Prozent der Nennungen ganz eindeutig der Ausbau einer digitalen Infrastruktur das Hauptanliegen der CFOs. Denn für die Unternehmen bildet eine funktionierende, flächendeckende digitale Infrastruktur die unerlässliche Basis, um erfolgreich die Zukunft zu gestalten.

Ebenfalls eine neue Entwicklung: Als größtes wirtschaftliches Risiko werten die Unternehmen im CFO Survey Frühjahr 2018 nicht länger geopolitische Risiken (50 Prozent Nennungen, im Vorjahr waren es noch 60 Prozent), sondern einen binnenwirtschaftlichen Faktor – den Fachkräftemangel. Das Resultat von 62 Prozent der Nennungen entspricht einem deutlichen Anstieg um 11 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr und zeigt, dass hier dringender Handlungsbedarf für alle Stakeholder besteht. Als weitere binnenwirtschaftliche Risiken nannten die CFOs vorrangig steigende Lohnkosten (37 Prozent) und eine schwächere Inlandsnachfrage (40 Prozent).

 

Digitale Transformation der Finanzfunktion: Erste Schritte

Für den aktuellen CFO Survey Frühjahr 2018 hat Deloitte die Studienteilnehmer zusätzlich zum Stand der digitalen Transformation ihres Bereichs befragt. Die Studie liefert deutschen CFOs damit wertvolle Hinweise für eine aktuelle Positionsbestimmung: Wie sind ihre Unternehmen hier im Vergleich zu den Mitbewerbern aufgestellt? 
Die Resultate zeigen, dass viele Unternehmen sich noch in einer frühen Phase der Entwicklung befinden:

  • Insgesamt 89 Prozent der Unternehmen nutzen noch herkömmliche ERP-Systeme (on-premise oder über die Cloud) für die Verarbeitung von Finanztransaktionen, nur 11 Prozent sind bereits auf moderne In-Memory-Lösungen umgestiegen, die unter anderem Vorteile für die Auswertung großer Datenmengen auf der Transaktionsebene bieten. 
  • In 43 Prozent der Unternehmen verfügt der Finanzbereich nicht über die nötigen Fähigkeiten, Robotics Process Automation zu betreiben. 48 Prozent sind immerhin dabei, ihre Mitarbeiter entsprechend zu schulen, aber nur in 2 Prozent der Unternehmen sind die Mitarbeiter bereits zertifiziert und nutzen Prozessautomatisierung mithilfe von (Software-)Robotern.
  • Lediglich 22 Prozent der Unternehmen analysieren derzeit die Einsatzmöglichkeiten von Cognitive-Computing-Technologien in der Finanzfunktion.
  • 92 Prozent der Unternehmen haben bislang noch keine Anwendungsfälle für die Blockchain definiert.

 

Laden Sie hier den kompletten CFO Survey Frühjahr 2018 herunter und erfahren Sie mehr zu den aktuellen Entwicklungen und Einschätzungen aus Sicht der Finanzfunktion.

Alle Fakten auf einen Blick

Frühere Ausgaben

CFO Survey Herbst 2017
Steigende Zinsen, stärkerer Aufschwung?

Die CFOs bewerten die wirtschaftliche Lage und die Aussichten in Deutschland und der Eurozone sehr positiv, und die Investitionsbereitschaft deutscher Unternehmen steigt merklich an. Zwei Drittel der CFOs beurteilen die aktuelle Geldpolitik als zu locker und erwarten in den kommenden 12 Monaten einen (leichten) Zinsanstieg. Laut Studie hätte eine Zinswende für 70 Prozent der befragten Chief Financial Officer aber keine strategischen Auswirkungen auf das eigene Unternehmen.

CFO Survey Frühjahr 2017
Herausforderung Politische Risiken

Die deutschen CFOs nehmen die politischen Entwicklungen (Brexit-Referendum, möglicher Aufschwung populistischer und protektionistischer Parteien in der EU) sehr ernst und betrachten sie nach wie vor als die größten Risiken für ihre Unternehmen. 

CFO Survey Herbst 2016
Hoffen auf den weichen Brexit

Das Brexit-Referendum war das dominierende ökonomische Ereignis des Sommers 2016. Die Ergebnisse des CFO Survey zeigen, dass ein gutes Drittel der befragten CFOs negative Auswirkungen auf ihr Geschäft durch die Brexit Verhandlungen erwarten.

CFO Survey Frühjahr 2016 
Die neue Realität: digital und volatil

Die Ergebnisse des CFO Survey zeigen, dass die CFOs nach wie vor zuversichtlich in die Zukunft blicken – trotz geopolitischer Risiken sowie eines drohenden Rückgangs der Auslandsnachfrage.

CFO Survey Herbst 2015 
Wachstumsmotor Nordamerika

Die wichtigsten Risiken, die die CFOs sehen, kommen fast alle aus dem internationalen Umfeld. Die Furcht vor sinkender Auslandsnachfrage, vor allem durch die Schwäche der Emerging Markets, ist dabei zentral.

CFO Survey Frühjahr 2015
Auf Wachstumskurz trotz Risiken 

Die Konjunktur- und Geschäftsaussichten erreichen nach dem Einbruch im letzten Herbst fast wieder Rekordstände. Die Risikobereitschaft der CFOs steigt das erste Mal seit Jahren deutlich und Wachstum wird zur strategischen Priorität.

Über das CFO Program

In unserem globalen CFO-Program bieten wir CFOs neben dem CFO Survey eine breite Palette an Möglichkeiten sich zu vernetzen und mit Gleichgesinnten auszutauschen, über neuste Trends und Studien zu informieren oder parktische Tipps und Tools an die Hand zu bekommen, um den aktuellen makroökonomischen, unternehmensstrategischen und finanzwirtschaftlichen Themen und Herausforderungen bestmöglich zu begegnen.

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