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Viel heiße Luft – Nur zehn Prozent der PropTechs sind High Potentials

Eine Momentaufnahme von Deloitte: PropTechs auf dem Prüfstand.

PropTechs sind in den vergangenen zwei Jahren stark in den Fokus der Immobilienwirtschaft gerückt. Allein die Kooperation mit einem solchen Startup gilt häufig schon als Teil einer Digitalisierungsstrategie. Doch nur wenige PropTechs verstehen die Sprache und die Prozesswelt der Wohnungswirtschaft. Demnach sind nur zehn Prozent High Potentials. Wem nutzen die PropTechs und wie groß ist die Auswirkung auf die Wohnungswirtschaft und deren Dienstleister? Sind disruptive Einflüsse auf die Wohnungswirtschaft und deren Dienstleister zu erkennen? Was steckt hinter dem Hype?

Wesentliche Erkenntnisse:

  • PropTechs und Wohnungswirtschaft brauchen einander
  • Was macht High Potentials aus?
    1. Sie besetzen Themen wie z.B. Smart Building/ Internet of Things oder Immobilienmanagement
    2. Gründerpersönlichkeiten spielen eine Rolle aber auch aktives Marketing und Netzwerken 
    3. Nur ein PropTech mit ausreichender Nachhaltigkeit (Produkt, USP, Technologie) kann langfristig am Markt standhalten – solange die Finanzierung reicht
  • Ein Novum in der Wohnungswirtschaft ist die Berufung von Digitalisierungsmanagern
  • Einige PropTechs können Wohnungsunternehmen evolutionär in deren Kundenorientierung verändern und andere fordern deren Dienstleister disruptiv heraus
  • Wohnungsunternehmen denken in Strukturen und Prozessen. PropTechs denken in Technologien und wie sie die einzelnen Beteiligten und Prozesse vernetzen können. Die Schnittmenge liegt in Prozessen und Kommunikation

Was sagen die Beteiligten:

Herwig Teufelsdorfer, COO BUWOG AG

Wir sind mit der BUWOG Mieter-App gestartet und möchten die Kunden stärker miteinbeziehen. Den Weg der Digitalisierung möchte die BUWOG konsequent weitergehen.

 

Claudia Hoyer, COO TAG Immobilien AG

PropTechs werden in der Wohnungswirtschaft aus der Eigentümerperspektive eher als evolutionär denn als disruptiv empfunden.

 

Christoph Beck, Vorstand degewo AG

Die Wohnungswirtschaft wird sich neben den internen Kernprozessen auch den Alltagsthemen der Mieterinnen und Mieter im Quartier widmen müssen.

 

Stefan Zanetti, Gründer der Allthings GmbH

80 Prozent der mieterorientierten wohnungswirtschaftlichen Prozesse können durch Digitalisierung automatisiert werden.

 

Fazit

  • Im Prozess der Digitalisierung ist nicht die einzelne Innovation entscheidend. Es geht vielmehr um die Kombination der Technologien. Erst daraus resultieren neue strategische Geschäftsmodelle.
  • Aufgrund der Diversität an Leistungen wird es erforderlich sein, eine Innovations- und Digitalisierungsstrategie in einem ersten Schritt zu entwickeln und darauf aufsetzend den Einsatz von PropTechs zu entscheiden.
  • Es transformieren sich derzeit auch die Führungs- und Unternehmenskulturen. Welchen Anteil genau die PropTechs daran haben werden, wird erst die Zukunft zeigen.
  • Die Transformation vom ERP-geführten zum ERP- und Kommunikationsplattform-geführten Unternehmen für eine bessere Kundenorientierung hat begonnen.
     
PropTech
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