Deloitte Millennial Survey 2017

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Die Deloitte Millennials-Umfrage 2017

Eine Schweizer Perspektive

Millennials stellen mehr als die Hälfte der derzeitigen globalen Arbeitnehmer. Versteht Ihr Unternehmen ihre Bedürfnisse und Sorgen?

Ein turbulentes Jahr 2016, geprägt von Terroranschlägen in Europa, dem Brexit und umstrittenen US-Präsidentschaftswahlen, scheint das Vertrauen der Millennials erschüttert zu haben.

Den Angaben der Millennials zufolge ist die Wahrscheinlichkeit gesunken, dass sie ihre sicheren Jobs aufgeben, da sie sich mehr Sorgen über die Unwägbarkeiten machen, die aus einem Konflikt entstehen können. Zudem sind sie nicht optimistisch, was die Richtung betrifft, in die sich ihre Länder bewegen. Diese Erkenntnisse ergaben sich aus eine Befragung von knapp 8'000 Millennials aus 30 Ländern. Vor allem in Industrieländern wie in der Schweiz fehlte es allgemein an Optimismus hinsichtlich des wirtschaftlichen und sozialen Fortschritts. Viele Millennials haben das Gefühl, dass in ihrer Generation die Dinge erstmals nicht mehr besser werden. Millennials in der Schweiz rechnen offensichtlich damit, dass es ihnen schlechter gehen wird als ihren Eltern.

“Dieser Pessimismus zeigt deutlich, wie sehr sich die persönlichen Sorgen der Millennials verlagert haben”, erklärt Myriam Denk, Director Human Capital bei Deloitte Schweiz. “Vor vier Jahren machten sich die Millennials vor allem um den Klimawandel und die Ressourcenknappheit Sorgen. In diesem Jahr fühlen sich junge Berufstätige durch Probleme wie Kriminalität, Korruption, Krieg und politische Spannungen belastet, was sich sowohl auf ihre privaten als auch beruflichen Aussichten auswirkt.”

Die Millennials-Umfrage 2016 ergab, dass junge Berufstätige weniger loyal gegenüber ihren Arbeitnehmern waren. Viele gingen davon aus, sich in den kommenden zwei bis fünf Jahren von ihrem Unternehmen zu trennen. Nach zwölf Monaten politischer und sozialer Unruhen, vor allem in den Industrieländern, sind die Millennials zurückhaltender, was diese Frage betrifft.  

Heute sind die Millennials etwas loyaler (oder möglicherweise weniger optimistisch)

Mit dem Arbeitgeber positive Beiträge leisten

Millennials fühlen sich für viele Probleme an ihrem Arbeitsplatz und in der übrigen Welt verantwortlich. Allerdings sehen sie vor allem an und über ihren Arbeitsplatz die Möglichkeit, Positives zu bewirken. In der Schweiz glauben jedoch nur 36 Prozent der Millennials, über ihre Arbeit karitative Organisationen oder wohltätige Zwecke unterstützen zu können. Möglichkeiten, sich auf lokaler Ebene an “wohltätigen Zwecken” zu beteiligen, von denen viele von Arbeitgebern gefördert werden, geben Millennials ein stärkeres Gefühl der Einflussnahme. Von diesen lokalen Veränderungen im Kleinen geht ein Dominoeffekt aus, der sich vom Einzelnen auf die breitere Arbeitswelt und letztendlich auf die gesamte Gesellschaft ausbreitet.

Im Allgemeinen geben Millennials an, Arbeitgebern, die sich für die Lösung sozialer Probleme wie Bildung, Arbeitslosigkeit und Gesundheit einsetzen, länger treu bleiben zu wollen. Diejenigen, die die Zukunft ihres Landes am optimistischsten einschätzen, berichten eher, dass sich ihre Arbeitgeber für breitere soziale und wirtschaftliche Belange engagieren.

Flexibilität verbessert Leistung und Bindung

Millennials in hochgradig flexiblen Unternehmen scheinen ihren Arbeitgebern gegenüber wesentlich loyaler zu sein, und die Wahrscheinlichkeit ist zweieinhalb Mal grösser als bei weniger beweglichen Unternehmen, dass sie flexible Arbeitspraktiken als einen Faktor ansehen, der sich positiv auf die finanzielle Entwicklung auswirkt. 82 Prozent derjenigen, die in der Schweiz eine hochgradig flexible Arbeitsanstellung haben, geben an, produktiver zu sein, und 71 Prozent erklären, Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren zu können.

Automation bringt Chancen und Risiken mit sich

Es besteht kein Zweifel darüber, dass Automation für eine gewisse Unruhe sorgt—36 Prozent der Millennials in der Schweiz sehen sie als eine Bedrohung ihrer Arbeitsplätze und befürchten, dass ihre Fähigkeiten weniger nachgefragt werden könnten. Andererseits sind 56 Prozent der Ansicht, dass sich die Gesamtrentabilität ihrer Unternehmen durch Roboter- und Automatisierungstechnik verbessern und dies positive Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum haben wird. 40 Prozent der Befragten—vor allem diejenigen, die als “besonders digitalisierte” Millennials angesehen werden—sehen die Automation als Chance für mehr wertschöpfende oder kreative Tätigkeiten und das Erlernen neuer Kenntnisse und Fertigkeiten.

Die Kreativität und Fähigkeiten der Generation Z sind gefragt

Millennials haben tendenziell eine gute Meinung über die Generation Z (Personen, die zurzeit 18 Jahre oder jünger sind), da sie davon überzeugt sind, dass diese Personengruppe über herausragende IT-Kenntnisse verfügt und in der Lage ist, kreativ zu denken. Sechs von 10 Millennials denken, dass die Generation Z mit steigender Präsenz positive Impulse in die Arbeitswelt einbringen wird. Diese Ansicht ist in Schwellenmärkten stärker vertreten (70 Prozent) als in Industrieländern (52 Prozent). Millennials glauben, dass die Angehörigen der Generation Z eher sozialere Kompetenzen als technische Kenntnisse oder Fachwissen entwickeln müssen, um ihren Erwartungen gerecht zu werden. Was möglicherweise überrascht: Millennials in leitenden Positionen bewerten IT- und Social-Media-Kenntnisse als relativ unwichtig verglichen mit Faktoren wie Kommunikation, Flexibilität und Führungskompetenz.

Die Millennials-Umfrage von Deloitte

Die Ergebnisse basieren auf einer im September 2016 von Deloitte Global durchgeführten Studie, an der knapp 8'000 Millennials aus 30 Ländern weltweit teilnahmen. Durch Screeningfragen in der Rekrutierungsphase wurde gewährleistet, dass alle Teilnehmer Millennials sind (geboren nach 1982), über einen College- oder Universitätsabschluss verfügen, Vollzeit arbeiten und vorwiegend in grossen Unternehmen des Privatsektors (über 100 Beschäftigte) tätig sind.

The Deloitte Millennial Survey 2017 - Global
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