Deloitte Millennial Survey 2018

Artikel

Haben wir das Vertrauen der Millennials verloren?

Deloitte Millennial Survey 2018: Die Schweiz im Blickpunkt

Zusammenfassung

Nach einem turbulenten Jahr, in dem geopolitische und soziale Themen bei vielen Unternehmen zu Aktivismus geführt hat, schlagen junge Menschen in der Schweiz und weltweit Alarm. Dies zeigt die siebte Ausgabe des jährlichen Deloitte Millennial Survey.

«Millennials verlieren das Vertrauen in ihre Arbeitgeber und auch ihre Loyalität lässt nach.»

  • Deloitte hat im Rahmen ihres Millennial Survey 2018 über 10 000 Millennials aus 36 Ländern und über 1 800 Mitglieder der jüngeren Generation Z aus 6 Ländern befragt.
  • Die Ergebnisse für die Schweiz basieren auf den Antworten von 193 Befragten.
  • Während Millennials die Motivation und das ethische Verhalten der Unternehmen in den letzten beiden Jahren zunehmend positiver einschätzten, hat sich ihre Einstellung in diesem Jahr deutlich abgekühlt. Die gleiche Tendenz zeigt sich auch bei der Loyalität der Millennials gegenüber ihrem Arbeitgeber.
  • Die junge Generation von Talenten ist wenig optimistisch bezüglich der digitalen Zumunft: Die Unternehmen sind ihrer Ansicht nach nicht wirklich bereit für die Industrie 4.0
  • Angesichts dieser pessimistischen Einstellung ist der Zeitpunkt für Unternehmensführerinnen und Unternehmensführer ideal, um sich als treibende Kraft für den positiven Wandel zu positionieren und sich von der Konkurrenz abzuheben.

Deloitte Millennial Survey 2018: Video zu den weltweiten Ergebnissen

Einschätzung von Unternehmen verschlechtert sich

Die diesjährige Umfrage zeigt eine deutliche Abwärtstendenz: Nur noch eine Minderheit der jungen Menschen in der Schweiz glaubt derzeit, dass sich Unternehmen ethisch verhalten (48% gegenüber 65% im Vorjahr) und dass Unternehmensführer positiv zur Gesellschaft beitragen (47% ggü. 62% im Vorjahr).

«Die Befragten wünschen sich Unternehmen, deren Entscheidungen positive Veränderungen bewirken: für den Planeten und für die eigene Karriere.»

Die Umfrage ergab weiter, dass 49% der Millennials aus der Schweiz glauben, dass die Unternehmensleitungen negative Auswirkungen auf die Gesellschaft haben. Sie vertrauen nicht länger darauf, dass Unternehmen insgesamt einer positiven Grundidee folgen. Ausserdem glauben 75% der Befragten, dass Unternehmen sich rücksichtslos und egoistisch verhalten und gemäss ihren eigenen Interessen handeln, anstatt das Wohl der Gesellschaft im Auge zu behalten. Die meisten Befragten waren der Ansicht, dass die tatsächlichen Prioritäten ihrer Unternehmen bei Weitem nicht dem entspricht, was ihnen wirklich wichtig sein sollte.

Umfrageergebnisse

Verhalten, Prioritäten und Wirkung der Unternehmen

Vielfalt und Flexibilität sind der Schlüssel zur Loyalität

43% der Millennials glauben, dass sie ihr Unternehmen in den nächsten zwei Jahren verlassen werden. Nur 28% der Befragten planen, länger als fünf Jahre für ihr Unternehmen zu arbeiten. Noch weniger Loyalität zeigten die jüngeren Befragten der Generation Z: 61% gaben an, dass sie innerhalb der nächsten zwei Jahre kündigen würden, wenn sie die Wahl hätten.

Um Talente dieser beiden Generationen anzuziehen und zu halten, braucht es neben finanziellen Anreize auch die richtige Kultur am Arbeitsplatz; gelebte Vielfalt auf Unternehmens- und Führungsebene und eine hohe Flexibilität sind wichtig. Befragte, die mit ihrem Gehalt und der Flexibilität am Arbeitsplatz unzufrieden sind, wenden sich zunehmend freiberuflichen und flexiblen Engagements zu (so genannte Gig-Economy) zu, besonders in den Schwellenländern.

Bei der Wahl des Arbeitgebers haben Schweizer und globale Millennials in etwa die gleichen Prioritäten. Beiden Gruppen sind «finanzielle Anreize/Zusatzleistungen» am wichtigsten. Der grösste Unterschied ergibt sich hingegen beim Aspekt «Flexibilität». Flexible Arbeitszeiten und -orte sind für die Schweizer Arbeitnehmer deutlich wichtiger als im globalen Vergleich (64% gegenüber 50% der Befragten).

«34% der Millennials in der Schweiz gaben an, dass ihre Arbeitgeber ihnen dabei helfen, sich auf die Industrie 4.0 vorzubereiten – im Vergleich zu 36% weltweit.»

Junge Menschen in der Schweiz sehen Industrie 4.0 positiv

Die Befragten aus der Schweiz sind davon überzeugt, dass die Umwälzungen der Arbeitswelt ihr Leben von Grund auf verändern werden – und zwar zum Guten. Über den Verlust des Arbeitsplatzes machen sie sich keine Sorgen. Nur 11% glauben, dass durch die Industrie 4.0 und die neuen digitalen Technologien ihr Job ganz oder teilweise ersetzt wird.

Millennials glauben, dass die Industrie 4.0 ihre Arbeit bereichern wird und sie sich auf kreative, soziale und wertschöpfende Aspekte konzentrieren werden können.

39% der Millennials aus der Schweiz sind der Meinung, dass es in der Verantwortung der Unternehmen liegt, ihre Mitarbeitenden auf die bevorstehenden Veränderungen vorzubereiten.

Deloitte Millennial Survey 2018: Infografik zu den weltweiten Ergebnissen

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