M&A | Mobilität von morgen | Automotive

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Mergers & Acquisitions als Instrument zur Gestaltung der Mobilität von morgen

Aufgrund der disruptiven technologischen Trends und der Transformation der Wertschöpfungskette müssen sich Hersteller und Zulieferer in einem neuen und komplexeren Ecosystem positionieren. M&A dient als Instrument der Umsetzung der Unternehmensstrategie und des Transformationsprozesses.

Die Automobilindustrie hat sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt.

Im Fokus der Hersteller sowie der Zulieferer stand die weitere Globalisierung, der Zugang zu absatzstarken Märkten wie China, der Zugang zu Technologie und Fertigungs-Knowhow sowie die Marktkonsolidierung.

Entsprechend positiv hat sich in den letzten Jahren auch der Markt für Unternehmensübernahmen im Automobilumfeld entwickelt.

Zuletzt hat sich die Anpassungsnotwendigkeit für die Branche nochmal deutlich erhöht. Die Wertschöpfungskette steht vor einer umfassenden Transformation. Fahrzeughersteller und Zulieferer müssen ihre Geschäftsmodelle vor dem Hintergrund technologischer Innovationen und sozio-ökonomischer Veränderungen hinterfragen und einem komplexeren Ecosystem anpassen. „Disruptiv“ in Bezug auf die Geschäftsmodelle der Automobilindustrie wirken hier insbesondere (i) die vollständige Vernetzung der Fahrzeuge („Connectivity“), (ii) Technologien für das autonome Fahren, (iii) die Elektrifizierung des Antriebs und (iv) neue Mobilitätskonzepte mit dem Schwerpunkt auf flexible Nutzung („Shared Mobility“). Hinzu kommt der regulatorische Druck auf verschiedene Themen wie Emissionen und Datensicherheit.

M&A als Instrument der Unternehmensstrategie im Rahmen der Industrietransformation

Aus diesem Grund hat sich die Motivation der Automobilindustrie für Unternehmensübernahmen deutlich verändert. Es ist nicht mehr vornehmlich die Konsolidierung sowie der Zugang zu neuen Märkten, die das M&A-Aktivitätsniveau treibt, sondern die aktive Gestaltung des Transformationsprozesses.

Dazu gehören zum einen die Akquisition innovativer junger Unternehmen (neue Technologien und Geschäftsmodelle) und zum anderen der mögliche Verkauf traditioneller Geschäftsbereiche, die nachhaltig von disruptiven Trends beeinflusst werden, z. B. Komponenten für den Verbrennungsmotor.

So hat sich die Akquisition von Unternehmen aus dem Startup-Umfeld sowohl für die Hersteller als auch für Zulieferer zu einem Normalfall entwickelt. Es sind Zugänge zu innovativer Technologie mit automobilen „Use Cases“, Gründer Know-how, sowie Innovationsspirit und vor allem Geschwindigkeit sowie Agilität gesucht, die nicht im eigenen Unternehmen vorhanden sind. Dies erhoffen sich die Firmen durch Startup-Zukäufe zu sichern.

Man stellt aber anhand vergangener Transaktionen fest, dass viele Marktteilnehmer scheinbar sehr ähnliche M&A-Strategien verfolgen. Man sollte sich fragen, ob die Transaktion wirklich der eigenen aktiven Unternehmensstrategie dient, die optimale Umsetzungsvariante ist oder doch teilweise taktisch veranlasst oder dem Aktionismus geschuldet ist, dass man befürchtet, „den Zug zu verpassen“. Denn das Ziel der Reise der Industrietransformation ist nach wie vor unklar, viele Entwicklungen sind spekulativ.

Investitionen in Startups sind nicht ohne Besonderheiten

In unserem nebenstehenden Artikel aus der Fachzeitschrift OEM & Lieferant (2/2017) werden selektive Fragestellungen skizziert, die bei einer möglichen Beteiligung an Startups Beachtung finden sollten.

 

Ihre Ansprechpartner

Volker Krug
Partner Financial Advisory Automotive 
vkrug@deloitte.de

Philipp Gebhard
Director Corporate Finance Advisory
pgebhard@deloitte.de