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Zukunft Sozialpartnermodell – Betriebliche Altersversorgung in der Transformation

Aktuelle Studie zur Zukunft der bAV

Die Einführung der reinen Beitragszusage ohne Garantien für die Arbeitnehmer im Rahmen von Sozialpartnermodellen (sogenannte bAV II-Welt) in 2018 stellt noch immer einen Paradigmenwechsel in der betrieblichen Altersversorgung dar. Ferner dauert die Diskussion um das Erzeugen von Garantien in der andauernde Niedrigzinsperiode – auch in 2021 weiter – an. Dies war für Deloitte und die V.E.R.S. Leipzig GmbH Anlass zu einer gemeinsamen Studie zum Thema „Betriebliche Altersversorgung in der Transformation“. In dieser wurden entsprechend Experten aus 21 Unternehmen der Lebensversicherungs- und Pensionskassenbranche im zweiten und dritten Quartal 2020 von uns befragt.

84 Prozent der Befragten, die Neugeschäft betreiben, bieten allein oder im Rahmen von Konsortien Sozialpartnermodelle an oder beabsichtigen, dieses zukünftig zu tun. 

Die wesentlichen Ergebnisse der bAV-Studie 2020 lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Die Bedeutung der betrieblichen Altersversorgung für den erweiterten Lebensversicherungsmarkt nimmt weiter zu. Sozialpartnermodelle und Modelle der bestehenden bAV I-Welt werden parallel existieren.
  • Verständlichkeit und Transparenz sind essenzielle Schlüssel zur Akzeptanz der bAV II-Welt – insbesondere hinsichtlich der neuartigen Puffer.
bAV Studienergebnisse 2020 - Lesen Sie hier im Detail.

Unter anderem werden folgende Themenfelder in der Studie beleuchtet:

 

Bedeutung der betrieblichen Altersversorgung (bAV)

  • Die aktuell schon große Bedeutung der bAV wird weiter zunehmen.
  • Sozialpartnermodell und bAV I-Welt werden parallel existieren.
  • Die Bedeutung der bAV I-Welt wird nach Ansicht der überwiegenden Mehrheit der Studienteilnehmer zunehmen.

Zukunft der Sozialpartnermodelle

  • Die Bedeutung für die nächsten fünf Jahre wird eher verhalten eingeschätzt.
  • Aber mit der Einführung der ersten Sozialpartnermodelle wird nach Ansicht vieler Studienteilnehmer die reine Beitragszusage Fahrt aufnehmen.
  • Langfristig erwartet eine Mehrheit, dass die Arbeitnehmer garantiefrei Zusagen akzeptieren werden.

Kompetenzanforderungen an die Durchführung eines Sozialpartnermodells

  • Die Kompetenzanforderungen sind sehr vielfältig und gehen gleichzeitig in die Tiefe.
  • Sie reichen von der Fähigkeit, beträchtliche Datenmengen von Beginn an vollautomatisiert und fehlerfrei managen zu können über eine fundierte Kapitalanlage bis hin zu einem erfahrenen Asset Liability Management.

Das Herzstück der Sozialpartnermodelle: die kollektiven Puffer und deren Handhabung

  • Wesentlich für Sozialpartnermodelle ist die zuverlässige Handhabung der verschiedenen Puffer.
  • Hier ist nicht nur die eigentliche Mechanik der Puffer zu beachten. Entsprechenden Vorwarnsystemen und dem vorgenannten adäquaten Asset Liability Management kommen hier besondere Bedeutung zu.

Erforderliche Informationskompetenzen bei der Durchführung von Sozialpartnermodellen

  • Eine mindestens ebenso große Bedeutung kommt der transparenten und Vertrauen aufbauenden Kommunikation zu. Diese ist Voraussetzung für die vorstehend behandelte Akzeptanz der Arbeitnehmer für garantiefreie Zusagen.
  • Das Fehlen von Garantien und die neuen – die wegfallende Garantie abfedernden – Puffer müssen den Arbeitnehmern motivierend erläutert werden. Der Paradigmenwechsel in der bAV muss verinnerlicht werden können – dies gilt ebenso für die neuen, die Volatilität abmildernden Puffer-Mechanismen.

Beteiligung der Sozialpartner an der Durchführung und Steuerung

  • Die Mittel der Wahl werden nach Ansicht der meisten Studienteilnehmer die Mitarbeit der Sozialpartner in Kapitalanlageausschüssen und / oder speziellen Beiräten sein. Mehrheitlich gehen die Studienteilnehmer davon aus, dass die Sozialpartner bei einem Sozialpartnermodell in beiden Gremien repräsentiert sein werden.
  • Im Aufsichtsrat sieht nur eine Minderheit die Sozialpartner aktiv.

Digitalisierung und Vertrieb

  • Die Digitalisierung und Automatisierung wird nach mehrheitlicher Ansicht eher einen den Vertrieb unterstützenden Charakter haben.
  • Speziell bei der Arbeitgeberfinanzierung kann eine Beratung ohne externe Unterstützung erwartet werden. Bei der Entgeltumwandlung im Rahmen von Sozialpartnermodellen jedoch, gerade bei der freiwilligen Entgeltumwandlung, kann ein Vertrieb beteiligt sein. Aus Gründen der Kosteneffizienz ist ein hoher Digitalisierungsgrad anzustreben.

Die bAV-Studie 2020 finden Sie hier zum Download. Sie enthält Ergebnisse im Detail und viele weitere Inhalte, wie z. B. Ausführungen zu den breit gefächerten Schulungsbedarfen im Zusammenhang mit dem Sozialpartnermodell.

 

Für eine vertiefende persönliche Diskussion stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.