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Entwicklungen und Trends in der bAV - Deloitte Studie zur betrieblichen Altersversorgung

Zwischen Kenntnissen, Erwartungen, Wünschen und Hoffnungen von Arbeitnehmern

Betriebliche Altersversorgung 2019: Zum dritten Mal in Folge führt Deloitte die Studie zur betrieblichen Altersversorgung durch. In diesem Jahr wurden zu diesem Zweck 2.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer befragt. Die Ergebnisse zeigen das Potential der bAV auf. Zwar gilt sie als ein sehr traditionelles Vergütungselement, doch mit ihren Attributen Nachhaltigkeit, Fürsorge und Sicherheit trifft bAV wieder zunehmend den Nerv der Zeit.

Oktober 2019

Man muss im Vergleich zu den beiden letztjährigen Studien leider feststellen, dass die bAV in vielen Bereichen auf der Stelle tritt. Wahrscheinlich kann man von einem Thema mit einem derartig langfristigen Wirkungshorizont keine kurzfristigen Umbrüche erwarten, aber etwas mehr Dynamik wäre angesichts der bevorstehenden demografischen Herausforderungen schon notwendig.

 

bAV 2019: Arbeitnehmer wünschen sich bessere Kommunikation und Angebote

Zwar hat sich die Verbreitung von arbeitgeberfinanzierter bAV immerhin seit 2017 um neun Prozentpunkte erhöht. Doch die Teilnahme an Entgeltumwandlung verharrt bei unter einem Viertel der Befragten trotz vieler Gründe für eine bessere Nutzung: 80 Prozent gehen davon aus, dass die gesetzliche Rentenversicherung nicht genug zu ihrem Lebensunterhalt im Ruhestand beitragen kann, 51 Prozent wären bereit, auf Gehaltserhöhungen zugunsten der bAV zu verzichten und immer noch 41 Prozent verwenden das Festgeldkonto zum Sparen auf das Alter.

Wie auch in den letzten Jahren liegen die Gründe dafür zu guten Teilen in einer mangelhaften Kommunikation. Es ist zwar eine leichte Steigerung bei den Arbeitnehmern zu beobachten, die sich ausreichend informiert fühlen. Nach 36 Prozent 2017 und 39 Prozent 2018 haben in diesem Jahr 42 Prozent der befragten Arbeitnehmer dies angegeben. Aber diese Steigerung ist viel zu gering, um einen nachhaltigen Umschwung zu erzeugen.
Hinzu kommt, dass nach wie vor viele Arbeitgeber bAV gar nicht proaktiv anbieten. Dies gaben aktuell 38 Prozent der befragten Arbeitnehmer an. Und diese Werte waren in den letzten beiden Jahren ähnlich. Aber auch dort, wo entsprechende Angebote existieren, gibt es noch viel Verbesserungspotential in der Gestaltung und Kommunikation der Angebote.
Die Arbeitnehmer wünschen sich insbesondere sichere und flexible Möglichkeiten, im Rahmen von bAV vorzusorgen. Hierfür bevorzugen sie detaillierte Informationen, beispielsweise durch entsprechende Broschüren. Das Potential ist demnach vorhanden, die Notwendigkeit ebenso, aber der entscheidende Impuls ist bislang nicht abzusehen.

 

Der Deloitte-Ansatz für die betriebliche Altersversorgung

Betriebliche Altersversorgung als Vergütungselement adressiert nicht nur einen substanziellen Bedarf beim Mitarbeiter, sondern wirkt vielfältig in einem Unternehmen. Betroffen sind viele Bereiche, insbesondere Rechnungslegung und Personal. Die hieraus resultierende Komplexität verlangt nach einer ganzheitlichen Perspektive. Bei Deloitte wird diese durch die Deloitte Pension Experts (DPE) gewährleistet, einem breit aufgestellten, fachbereichsübergreifenden Team. Des Weiteren verfolgen wir bei der Gestaltung von Pensionszusagen einen systemischen Ansatz, der neben den reinen arbeitsrechtlichen Regelungsinhalten auch die Themen digitale Umsetzung, Administration und Kommunikation beinhaltet. Regelmäßige Information über unsere Sichtweise auf bAV-Themen erhalten Sie aus unserem Newsletter DPEsche.

 

Ihr Kontakt bei Fragen rund um die neue Studie:

Sollten Sie Fragen zur Studie haben oder eine Analyse und Einschätzung zur Situation in Ihrem Unternehmen wünschen - sprechen Sie mich gerne an:

Jens Denfeld
Senior Manager
Human Capital 
Tel: +49 (0) 69 9713 7148
jdenfeld@deloitte.de

Archiv

Studie zur betrieblichen Altersversorgung 2018

Die Relevanz der betrieblichen Altersversorgung wächst weiter. Ihr Ansehen bei Arbeitnehmern ist hoch, die Nutzung daran gemessen jedoch vergleichsweise niedrig. Trendstudien und Umfragen im Bereich Personalwirtschaft, beispielsweise auch unsere Human Capital Trend Studie, zeigen einen deutlichen Wunsch der Angestellten nach Flexibilität.

Die Gestaltung des bAV-Angebots ist ein wichtiges Kriterium für die Teilnahme der Arbeitnehmer, aber auch für die Positionierung der Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber. Für die Arbeitnehmer steht neben der Sicherheit des Angebots der Wunsch danach, die bAV ihren Bedürfnissen anzupassen. Bei der Kommunikation von bAV-Angeboten gibt es großen Verbesserungsbedarf: Nur 28 Prozent der Arbeitnehmer sind gut informiert. Besonders gefragt sind detaillierte Informationen über entsprechende Broschüren oder individuelle Beratungsgespräche.

Studie zur betrieblichen Altersversorgung 2017

Die heutige, Umlagen-finanzierte Rentenversicherung steht vor der Herausforderung, dass sich das Gleichgewicht zwischen Beitragszahlern und Leistungsbeziehern verschiebt. Zwar ist die Zahl der Beitragszahler noch stabil, doch aufgrund des Geburtenrückgangs steht hier in naher Zukunft eine Verringerung bevor. Demgegenüber steigt heute schon die Zahl der Rentner. Viele Experten halten es daher für wünschenswert, die Altersversorgung von der demografischen Entwicklung soweit irgend möglich zu entkoppeln.

Nicht zuletzt aus diesem Grund gibt es Bestrebungen in der Politik, die Verbreitung der bAV zu verbessern, wie zum Beispiel mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz, welches insbesondere die Durchdringung bei kleinen und mittleren Unternehmen sowie bei Arbeitnehmern mit geringem Einkommen erhöhen soll.

Unsere Befragung legt jedoch nahe, dass die Maßnahmen des Betriebsrentenstärkungsgesetzes nur einen kleinen Teil der Zielgruppe erreichen. Einige Merkmale der neuen reinen Beitragszusage laufen den derzeitigen Bedürfnissen der Arbeitnehmer sogar zuwider. Eine schnell durchschlagende Wirkung der Maßnahmen ist daher eher nicht zu erwarten.

Aber auch viele Unternehmen können aus den Erkenntnissen eine Reihe von Hausaufgaben mitnehmen. Zunächst sollten den Mitarbeitern überhaupt Angebote zur Entgeltumwandlung aktiv unterbreitet werden. Selbst ohne arbeitgeberfinanzierte Beiträge für die Mitarbeiter können die Unternehmen damit ihre Position als verantwortungsbewusster Arbeitgeber stärken. Dort, wo schon Angebote zur Entgeltumwandlung oder sogar zur arbeitgeberfinanzierten Vorsorge bestehen, sollten Unternehmen zumindest ihre Kommunikation verbessern.

Mehr zum Betriebsrentenstärkungsgesetz

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