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Als Einheit betrachtet

Der Mensch im Zentrum digitaler Entwicklungen

Human Capital Trends | Deutschland 2018

Künstliche Intelligenz, Robotik und Automatisierung auf dem Vormarsch

Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik gewinnen zunehmend an Bedeutung und halten vermehrt Einzug in die Arbeitswelt. Führende Unternehmen wie Microsoft, IBM und Facebook investieren bereits stark in die Entwicklung von neuen Tools. Experten erwarten, dass diese Technologien insgesamt einen Geschäftswert von 3 Billionen US-Dollar bis zum Jahr 2021 generieren werden. Auch für die HR eröffnen sich durch diese Entwicklung neue Möglichkeiten. So können z.B. Unternehmen Chatbots in ihrem Rekrutierungsprozess einsetzen, um mit Bewerbern zu interagieren und Video-Interviews zu bewerten.

Deutsche Unternehmen stehen im globalen Vergleich besser da

Die aktuelle Studie zeigt, dass deutsche Unternehmen sich auf den Trend vergleichsweise gut eingestellt haben. So schätzten 61 Prozent der deutschen Befragten ihr Unternehmen als „vorbereitet“ ein, um mit den Trends umgehen zu können. Im globalen Vergleich behaupteten dies nur 31 Prozent. Darüber hinaus zeigt sich, dass deutsche Unternehmen auch in der heutigen Nutzung der neuen Technologien besser abschneiden. So gaben bereits 36 Prozent an, KI und Robotik zu nutzen, um repetitive Aufgaben zu ersetzen oder Redundanzen zu beseitigen. 21 Prozent nutzen die Technologien, um Arbeit kollaborativ von Mensch und Maschine erledigen zu lassen. Obwohl besser als der globale Vergleich, besteht auch in Deutschland noch viel Potenzial, KI und Robotik im Unternehmen erfolgreich und effektiv einzubinden.

Es wird Zeit, die benötigten Kompetenzen zu trainieren und Arbeitsprozesse fundamental zu überdenken

Mitarbeiter befürchten, dass der technologische Fortschritt ihre Arbeit langfristig überflüssig macht. Dabei zeigt sich, dass moderne Technologien am effektivsten sind, wenn sie Menschen ergänzen und nicht ersetzen. Neben rein technischen werden in Zukunft vor allem „menschliche“ Skills benötigt. So schätzten die deutschen Befragten soziale Kompetenzen (47%), Problemlösungs- (43%) und Prozesskompetenzen (43%) als zunehmend wichtig ein. Zwar gaben auch 59 Prozent der deutschen Studienteilnehmer an, dass die technische Kompetenz an Bedeutung gewinnt – dies aber betrifft nicht die Gesamtbelegschaft. Es wird immer klarer, welche Fähigkeiten benötigt werden, jedoch gaben 34 Prozent der deutschen Studienteilnehmer an, keine konkrete Strategie für deren Förderung zu haben. Dies ist eine wichtige Aufgabe im Human-Capital-Bereich und benötigt die Unterstützung der Unternehmensleitung, um Organisationsstrukturen, Kultur, Karrieremöglichkeiten und Performance- Management-Verfahren im Zuge von KI, Robotik und Automatisierung erfolgreich zu transformieren.

Unternehmen müssen dazu ihre Arbeitsprozesse im Detail analysieren, damit deutlich wird, welche Aufgaben automatisiert werden können und welche Kombination der Mensch-Maschinen-Interaktion die Arbeit am effektivsten gestaltet und unterstützt. Eine solche Neugestaltung von Arbeitsaufgaben sowie die Umschulung von Mitarbeitern ermöglichen es Unternehmen, erfolgreich zu sein und ihren Mitarbeitern moderne Technologien anzubieten, die sie in ihrer Arbeit unterstützen und somit auch gerne angenommen werden.

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