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Basel III

Harmonisierung des europäischen Bankenaufsichtsrechts

Als Resultat aus der Finanzkrise müssen Banken in Zukunft deutlich strengere Eigenkapital- und Liquiditätsregeln erfüllen.

Im Zuge der Harmonisierung des europäischen Bankenaufsichtsrechts wird ein einheitliches Regelwerk („Single Rule Book“) in Form einer EU-Verordnung („CRR“) weite Teile des nationalen Aufsichtsrechts ablösen. Zudem wurde die bestehende Eigenmittelrichtlinie grundlegend überarbeitet („CRD IV“).

Inhaltsübersicht

Langwierige Verhandlungen verzögern Inkrafttreten

Da die Verhandlungen zwischen der EU-Kommission, der EU-Ratspräsidentschaft und dem EU-Parlament über die detaillierte Ausgestaltung der europäischen Anforderungen sich länger hinzogen als erwartet, konnte das angestrebte Inkrafttreten zum 1. Januar 2013 nicht gehalten werden. Nach Abschluss des politischen Prozesses sind die notwendigen Beschlüsse gefasst worden, so dass die überarbeiteten Vorschriften seit 1. Januar 2014 anzuwenden sind. Dabei wurden teils mehrjährige Übergangsfristen eingeräumt.

Die Zuständigkeiten für das aufsichtsrechtliche Meldewesen (Inhalte und Formate) gehen im Zuge des Single Rule Books auf die EBA über, was umfassende Neuerungen mit sich bringt. Zum Teil wurden von der EBA bereits finale Entwürfe für neue Meldeformulare, den sogenannten ITS-Bögen (Implementing Technical Standards) veröffentlicht. Weiterhin bedingt das Single Rule Book, dass IFRS-Bilanzierer ihr Meldewesen zwingend auf IFRS-Zahlen umstellen müssen.

Insgesamt ist die EBA aufgefordert, rund 100 ergänzende Standards zu erlassen, wobei die Fristen zur Vorlage der Standards teilweise weit über die Erstanwendung von CRD IV und CRR hinaus reichen. Damit bleibt der konkrete Regulierungsrahmen – obwohl formal bereits in Kraft getreten – somit in Teilen weiter unscharf.

 

Aufsichtsrechtlicher Neuerungsprozess nicht mit Basel III abgeschlossen

Die Kapitalanforderungen für das Handelsbuch und Verbriefungen bleiben unter Basel III grundsätzlich unverändert. Diesen Themen hat sich der Baseler Ausschuss in separaten Konsultationspapieren gewidmet. Die angestrebte umfassende Überarbeitung der Behandlung von Handelsbuchpositionen wird dabei unter der Überschrift „Fundamental Review of the Trading Book“ vorangetrieben. Damit zeichnet sich ab, dass auch nach vollständiger Umsetzung von Basel III der aufsichtsrechtliche Neuerungsprozess nicht abgeschlossen sein wird.

Für Ende 2013 wurde für die Behandlung des Handelsbuchs ein überarbeitetes Konsultationspapier veröffentlicht. Eine quantitative Auswirkungsstudie soll im Sommer 2014 folgen. Für die überarbeitete Unterlegung von Verbriefungspositionen hat der Baseler Ausschuss ebenfalls bereits Konsultationspapiere vorgelegt.

Ferner werden die unter Basel III noch nicht berücksichtigten untertägigen Liquiditätsrisiken in einem separaten Dokument des Baseler Ausschusses thematisiert, welches bereits im April 2013 finalisiert wurde. Es ist zu vermuten, dass die Europäische Kommission dieses Thema ebenfalls aufgreifen wird.

Unter der Überschrift „Regulatory Consistency Assessment Program“ führen der Baseler Ausschuss sowie die EBA derzeit Analysen zu Unterschieden in den Kapitalanforderungen durch. Auch diese Aktivitäten könnten zu Änderungen in den Eigenmittelanforderungen führen. Erste Empfehlungen betreffen die Überarbeitung der nichtinternen Modelle zur Quantifizierung von Kontrahentenausfallrisiken, die der Baseler Ausschuss im Juni 2013 zur Konsultation gestellt hat. Darüber hinaus gibt es weitere Initiativen – zum Beispiel zum Risikoreporting (Principles for Effective Risk Data Aggregation and Risk Reporting) – die sich in Änderungen der MaRisk niederschlagen werden.

Deloitte bündelt für die Basel III-Beratung das Know-how aus den Bereichen Banken, IT sowie Projekt- und Veränderungsmanagement und bietet so individuelle und optimierte Lösungen für die Auswirkungsanalyse und Umsetzung der neuen Anforderungen.

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