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Schweizer Unternehmen treiben Innovationen in Polen voran

Warschau, 21 Februar 2018

Die Schweiz gehört zu den wohlhabendsten, am meisten entwickelten und – in den letzten Jahren – innovativsten Ländern der Welt. Polen beschäftigte sich dagegen fast drei Jahrzehnte lang intensiv damit, seine zivilisatorischen und wirtschaftlichen Rückstände gegenüber den entwickelten Volkswirtschaften Westeuropas nachzuholen. Wie die von der Beratungsgesellschaft Deloitte und der Polnisch-Schweizerischen Wirtschaftskammer durchgeführte Studie „Zusammenarbeit, Anstieg, Innovationen. 20 Jahre Schweizer Investitionen in Polen” (poln.: „Współpraca, wzrost, innowacje. 20 lat inwestycji szwajcarskich w Polsce“) zeigt, hat sich der polnische Export in die Schweiz in den letzten 20 Jahren mehr als verneunfacht. In dieser Zeit investierten Schweizer Unternehmen in Polen in Form von ausländischen Direktinvestitionen bereits ca. 17,5 Mrd. PLN. Beschäftigt werden dort über 35 Tsd. Personen. Zu den Aufgaben polnischer Niederlassungen gehört immer häufiger auch die Entwicklung von innovativen Technologien und Lösungen.

Die Schweiz gehört seit fast 150 Jahren weltweit zu den Spitzenreitern, wenn es um Wohlstand und ökonomische Entwicklung geht. Ein hohes Maß an wirtschaftlicher Freiheit, Offenheit für internationalen Austausch und Einwanderung, sicheres und vorhersehbares Recht, niedrige Steuern, verantwortungsvolle Haushaltspolitik und gut entwickeltes Bildungs- sowie Berufsbildungssystem sind die Quellen des wirtschaftlichen Erfolgs dieses Landes, die am häufigsten genannt werden. Polen assoziieren dieses Alpenland wiederum vor allem mit Uhren, Schmuck, Tourismus und Wohlstand. Nur wenige Personen wissen jedoch, dass die Schweiz zu den weltweit innovativsten Ländern gehört. – Die Schweiz gehört bereits seit vielen Jahren zu den führenden Ländern in der Weltspitze, wenn es um Innovation geht. Auch dieses Jahr führt sie europäische und globale Ranglisten an und liegt vor solchen Ländern wie Schweden, Dänemark, Finnland, Holland, USA, Großbritannien oder Deutschland – sagt der Vorstandsvorsitzende der Polnisch-Schweizerischen Wirtschaftskammer, Marek Szymański.

Die Schweiz hat ein hocheffektives Ökosystem für die Entwicklung von Innovationen geschaffen. Davon, wie stark es ist, zeugt eine Reihe von Indikatoren, die den Anteil an Investitionen in Sachanlagen im Zusammenhang mit geistigem Eigentum, den Anteil an Produktionsfirmen im Sektor der fortgeschrittenen Technologien oder die Anzahl der angemeldeten Patente zeigen.

 

Große Reserven polnischer Innovation

Die polnische Wirtschaft entwickelt sich seit über 25 Jahren sehr dynamisch und wächst dabei schneller als die Volkswirtschaften westeuropäischer Länder. Die durchschnittliche BIP-Dynamik per capita nach Kaufkraftparität beträgt in Polen 6% und ist höher als in der Schweiz (2,9%). Sie übersteigt auch die durchschnittliche Wachstumsdynamik der EU-Länder (4,2%). Einen wichtigen Vorteil von Polen stellen ein großer Inlandsmarkt sowie gut ausgebildete Arbeitskräfte dar.

Dies hat zur Folge, dass auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Polen und der Schweiz sich dynamisch entwickelt, insbesondere in den Bereichen Handel und Investitionen. In den letzten 20 Jahren hat sich der Export von Polen in die Schweiz mehr als verzehnfacht. Im selben Zeitraum erhöhte die Schweiz ihren Export nach Polen um fast das Dreifache. Begünstigt wird das nicht nur durch Faktoren, die mit der günstigen Konjunktur zusammenhängen, sondern auch durch eine Reihe von strukturellen Bedingungen. Zu nennen sind hier vor allem eine große Menge an verfügbarem Kapital in der Schweiz sowie die Notwendigkeit, nach attraktiven Renditen zu suchen, und der Bedarf an Kapital in Polen, der aus seiner geringen Verfügbarkeit und Entwicklungsbedürfnissen resultiert. Auch eine gut entwickelte industrielle Basis in beiden Ländern, ein hohes Niveau des Humankapitals sowie die geografische Lange wirken sich günstig auf den bilateralen wirtschaftlichen Austausch aus.

Polen verfügt über ein beachtliches Innovationspotenzial, obwohl die Höhe der Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Vergleich zum BIP nach wie vor niedriger als bei den innovativsten Volkswirtschaften der Welt ist.

Dies bedeutet, dass die polnische Wirtschaft über große Reserven verfügt, um die Innovation und Produktivität zu verbessern, u.a. indem die Intensität des Wettbewerbs oder die Qualität des Schulwesens, insbesondere im Bereich der Berufs- und Hochschulbildung, erhöht werden. Eine effektive Methode, die Innovationsfähigkeit zu erhöhen, kann auch im Anziehen ausländischer Direktinvestitionen und in der Einführung fertiger Technologie- oder Businesslösungen bestehen, die die organische Entwicklung lokaler Firmen unterstützen werden – sagt die Leiterin des Teams für ökonomische Analysen bei Deloitte, Julia Patorska. In dieser Hinsicht tragen die Investitionen Schweizer Firmen durch die Fortschrittlichkeit der angewendeten Technologie- und Businesslösungen sowie durch den Knowhow-Transfer zur Entwicklung des Innovationspotenzial Polens wesentlich bei.

 

Schweizer Innovationen unter polnischen Bedingungen

Bis jetzt investierten Schweizer Unternehmen in Polen – in Form von ausländischen Direktinvestitionen – ca. 17,5 Mrd. PLN. Nach den USA ist die Schweiz der größte ausländische Nicht-EU-Investor in Polen. Diese Investitionen bringen meistens innovative Lösungen mit sich. – Schweizer Firmen haben einen positiven Einfluss auf die polnische Wirtschaft, indem sie Netzwerke an Geschäftspartnern bilden, Fachleute und Manager beschäftigen und ausbilden und innovative Technologie- und Businesslösungen liefern – sagt Marek Szymański.

In Polen sind Unternehmen aus Branchen tätig, in denen die Schweizer Wirtschaft über außerordentliche Wettbewerbsvorteile verfügt, was die Zahlen zur Produktivität zeigen. Zu nennen sind hier insbesondere Herstellung von Arzneimitteln, Telekommunikation, Energieerzeugung oder Hochtechnologiebranche.

Eine der führenden Branchen, die die Innovationen in Polen vorantreibt, ist Biomedizin. Bei Roche wissen wir sehr gut, dass es keine Innovation ohne konsequent getätigte Ausgaben für Forschung und Entwicklung gibt. Deswegen beliefen sich unsere Ausgaben für F&E in Polen in den letzten zwei Jahren auf über eine Milliarde PLN – sagt der Generaldirektor von Roche Polska Wiktor Janicki. – Einen realen Beitrag zur polnischen Wirtschaft bildet auch die Zusammenarbeit mit polnischen medizinischen und Forschungszentren, u.a. im Rahmen von immer populärer werdenden Öffentlich-Privaten Partnerschaften. Die Aktivitäten von Roche zeigen, dass eine effektive Zusammenarbeit an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Business in Polen möglich ist und einen ausgezeichneten Impuls zur Stimulation der Innovation in unserem Land darstellt – fügt er hinzu.

In den Schweizer Unternehmen in Polen sind ca. 35 Tsd. Personen beschäftigt. Zusätzlich ermöglicht die Präsenz Schweizer Unternehmen in Polen die Entwicklung polnischer Zulieferer und Geschäftspartner, die durch zusätzliche Einnahmen neue Arbeitsplätze schaffen oder Gehälter erhöhen können. Dieser Synergieeffekt lässt sich insbesondere in der verarbeitenden Industrie beobachten, wo die einzelnen Hersteller komplexe internationale Netzwerke bilden.

 

Infrastruktur – immer besser, Arbeitskräfte – immer schwieriger zu finden

Als wichtigste Vorteile von Polen nennen Schweizer Investoren: einen großen und aufnahmefähigen Inlandsmarkt, aber auch die geografische Lage und eine gute Infrastruktur, wodurch Absatzmärkte nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland gefunden werden können. Die EU- und NATO-Mitgliedschaft Polens werden hier auch als einer der Vorteile genannt. Ein Manko stellen Probleme mit der Rekrutierung von Arbeitskräften, insbesondere in der Produktion, dar. Deswegen investieren die befragten Unternehmen immer häufiger in Sachanlagen und automatisieren ihre Prozesse. Als verbesserungswürdige Bereiche werden Flächennutzungspläne genannt, die je nach Standort unterschiedlich sind, sowie die Dauer von Verwaltungsverfahren.

Schweizer Unternehmen, die in Polen tätig sind, sind immer häufiger auf der Suche nach fortgeschrittenen Verfahren, die einen Mehrwert generieren, auf Wissen basieren und nach Polen verlegt werden können.

Ein Grund dafür sind sehr gut ausgebildete Arbeitskräfte, die oft über Auslandserfahrung verfügen. Aus unserer Studie geht hervor, dass Schweizer Investoren an Polen ihren Arbeitsethos, Fleiß, Engagement und die Fähigkeit, sich mit den Zielen des Unternehmens zu identifizieren, schätzen. Obwohl die Arbeitskosten in Polen steigen, finden die Investoren hier immer noch ein gutes Verhältnis von Preis, Qualität und Fristeinhaltung. Sie betonen ebenfalls die Offenheit polnischer Verbraucher für Produktinnovationen – sagt Julia Patorska.

Die gesamte Studie hier zum Download
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