Outlook for regions and sectors | M&A Forum | Deloitte Deutschland

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Ausblick für Regionen und Sektoren

Weiteres Verschwimmen von Branchengrenzen

2016 lag der Anteil grenzüberschreitender M&A-Deals weltweit bei 36 Prozent. Das ist der höchste Wert seit 2012. Trotz eines leichten Rückgangs der Volumina im ersten Quartal 2017 erwarten wir für das laufende Jahr einen ähnlichen Trend. Dabei wird das Zusammenfließen technologischer Entwicklungen dazu beitragen, dass Branchengrenzen immer weiter verschwimmen.

Unser Ausblick auf die Regionen

Die meisten M&A-Deals wurden 2016 zwischen Europa und Nordamerika abgeschlossen, wobei Großbritannien (106 Milliarden Dollar) und Deutschland (76 Milliarden Dollar) in Nordamerika die aktivsten Käufer waren. Dagegen sanken die US-Akquisitionen in Europa gegenüber 2015 von 133 Milliarden Dollar auf 79 Milliarden Dollar. Die M&A-Aktivitäten zwischen Europa und Asien wurden 2016 von China Akquisitionen im Wert von 73 Milliarden Dollar und Japan mit 43 Milliarden Dollar dominiert.

Für 2017 sagt das „Deloitte M&A Index model“ voraus, dass grenzüberschreitende M&A-Deals ein bedeutender Faktor bleiben. Die Prognose im Einzelnen:

Nordamerika

Die US-Wirtschaft beschleunigt sich und bietet Wachstumschancen. Zusätzlich könnte die Stärke des Dollars dazu führen, dass US-Unternehmen im Ausland investieren. Eine
Deloitte-Umfrage unter 1.000 US-amerikanischen Führungskräften ergab, dass die überwältigende Mehrheit mit wachsenden
Transaktionsgrößen rechnet. Demnach werden Veräußerungen ein wichtiger Schwerpunkt der Unternehmensstrategien sein, um die eigene Digitalisierung voranzutreiben.

Europa

Trotz erheblicher politischer Unwägbarkeiten bleibt der grenzüberschreitende M&A-Markt stark. Britische Unternehmen werden versuchen zu expandieren, um den Auswirkungen des Brexits zu begegnen. Und auch für Käufer aus den USA, China und Japan bleiben europäische Werte attraktiv.

Asien/Pazifik

Nach zwei Rekordjahren kam es hier bei M&A-Deals 2016 zu einer
gewissen Abkühlung. Trotzdem werden China und Japan bei Zukäufen aktiv bleiben. Gerade chinesische Unternehmen suchen Möglichkeiten, die Verlangsamung der inländischen Wirtschaft durch Wachstum in Übersee auszugleichen. Allerdings ist mit zunehmender staatlicher Kontrolle zu rechnen.

Unser Ausblick auf die Branchen

Vor dem Hintergrund verschwimmender Grenzen zwischen den Branchen lassen sich für 2017 unter anderem folgende Vorhersagen treffen:

Im Gesundheitswesen ist mit Akquisitionen in Spezialbereichen zu rechnen, die hohe Margen erwarten lassen. Auch die Annäherung zwischen dem Gesundheitssektor und technischen Innovationen kann M&A-Deals stimulieren.

Der Technologiesektor hat bereits stark in neue Geschäftsfelder wie künstliche Intelligenz und Robotertechnik investiert. Das macht ihn attraktiv für alle anderen Branchen.

Im produzierenden Gewerbe ist mit Veräußerungen in Bereichen zu rechnen, die nicht zum jeweiligen Kerngeschäft gehören. Hinzu kommen Akquisitionen bei innovativen Technologien.

Für das Consumer Business erwarten wir den Anstieg strategischer Deals, mit denen auf den schnellen technologischen Wandel reagiert werden kann.

Auch in der Energiewirtschaft geht es um Investitionen in innovative Technologien. Hier werden Venture Investments für M&A-Deals immer wichtiger.

In der Finanzbranche könnte mit vielen M&A-Transaktionen gewartet werden, bis über die politischen Unsicherheiten in Nordamerika und Europa wieder mehr Klarheit herrscht. Generell müssen sich Finanzdienstleister neben Investitionen in neue Technologien auch zunehmend der Konkurrenz von Unternehmen stellen, die aus anderen Branchen in den Markt drängen.

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